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THEMA: Muss ein Musiklehrer.......

Muss ein Musiklehrer....... 20 Mai 2009 10:50 #74574

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Musikus12 schrieb:
moin,

ich denke, dass ein Lehrer seinem Schüler zwangsläufig sein persönliches Klangbild mitgibt. Er sollte dabei jedoch darauf achten, dem Schüler die Freiheit zu lassen, sich persönlich zu entwickeln - das ist enorm wichitg.

In erster Linie jedoch sollte ein Lehrer seinem Schüler (zumindest bei Kindern ist das elementar wichtig) den Spaß am musizieren und dem entsprechenden Musikinstrument vermitteln - darin besteht die Hauptaufgabe - dass er das jeweilige Instrument selbst entsprechend beherrscht und somit lehren kann, sollte eh klar sein.

Moin!

Wenn du einen Lehrer hattest, wurde dir diese Freiheit gelassen?

LG Hans
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Muss ein Musiklehrer....... 20 Mai 2009 10:55 #74575

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hwp schrieb:
Moin!

@JES
Ja das wäre gut, aber es gibt Lehrer, mhmmmm! :(

Da werden sogar die gleichen Sachen zum anziehen vom Lehrer
abgekupfert!:blink:

Lg Hans


... ein Lehrer, der dem Schüler die Individualität nimmt, sollte es lieber lassen - der hat in meinen Augen seinen Job verfehlt.

Bedauerlicherweise gibt es genau diese Spezies un zunehmendem Maß an unseren Schulen. Unglaublich, was mir meine Schüler über ihren Musikunterricht am Gymnasium erzählen - da fehlen mir teilweise die Worte.

Um so schöner zu sehen, wie sie sich dann im Unterricht entwickeln und manchesmal tatsächlich über sich hinaus wachsen - einfach nur, weil es ihnen Spaß macht.

Nicht auszudenken, wenn es so etwas auch an den allgemein bildenden Schulen gäbe :ohmy: :dry: - da würden die Schüler ja plötzlich Spaß am Unterricht haben - das geht auf keinen Fall :blink:
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Muss ein Musiklehrer....... 20 Mai 2009 11:50 #74577

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Stilistik ist nicht gänzlich zu trennen vom Klang, und doch ist er auch eigenständig nur durch den Spieler und seine ureigenen Eigenschaften gegeben!

Siehste, genau das wollte ich sagen. Durch mein Sezieren will ich doch nur zeigen, dass es eben nicht um den Klang alleine gehen kann.

Am besten trifft es Schreibstil, wie Wallenstein sagte. Aber dann sollte man es auch Musizierstil nennen und nicht Klang.



Ich finde, ein Lehrer hat die Aufgabe, sich so schnell als möglich überflüssig zu machen. Die meisten Musiklehrer sind nur dazu da, Aufgaben zu stellen und in der nächsten Stunde zu kontrollieren, ob auch geübt wurde.
Hätten die Schüler genug Motivation, dann würden sie eigenständig arbeiten und ihren eigenen Stil entwickeln. Meinetwegen jedes halbe Jahr einmal zum Nachschauen gehen, ob sich nicht grundsätzliche Fehler eingeschlichen haben.

Will sagen, der Lehrer sollte die Technik des Lernens und nicht die Technik des Saxophonspiels vermitteln.
Wie gehe ich Rhythmusprobleme an, wie übe ich Passagen, was hilft mir im musikalischen Verständnis, wie kann ich meine Haltung überprüfen?

Lernen und einen eigenen Ton entwickeln muss der Schüler schon selber.
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Muss ein Musiklehrer....... 20 Mai 2009 11:55 #74578

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hwp schrieb:
Gleichwohl man in der Schule für das Leben lernt, bzw. mit Wissen ausgestattet wird, die es uns erlauben sich situationsgerecht zu verhalten, also ein sozialisierender Ansatz!

Den Spruch "Du lernst nicht für die Schule, sondern für's Leben" halte ich für Quatsch. Nirgendwo sonst als in der Schule findest du den Lehrer-Schülerwahn, nirgendwo sonst muss die Chemie stimmen, ansonsten versauen die Schulnoten deinen Schulabschluss und lenken den Rest des Lebens womöglich in vorbestimmte Bahnen. Außerdem habe ich für meinen Teil immer für den Lehrer gelernt: wenn ich mich positiv motiviert fühlte, war mein Einsatz in diesem Unterrichtsfach größer und die Schulnote am Ende besser.

Leider wird die Pädagogik völlig unterschätzt. Ich habe einmal einen Versuch in der Erwachsenenbildung gemacht. Ich habe zwei Unterrichtseinheiten vorbereitet, in der ersten (in einem Fach im EDV, in dem ich mich absolut fit fühlte) habe ich versucht das Wissen ohne jede Pädagogik (Null Motivation, Null Vormachen - Nachmachen, kein Loben, kein Kritisieren) vorzutragen. Das dürfte einer Vorlesung an der Uni ähneln. Im zweiten Fall habe ich die Schüler ein Thema finden lassen, von dem ich keine Ahnung habe. Nun war der "pädagogoische Auftrag" da, das heißt, es galt die Schüler zu motivieren, dass sie sich im Team oder allein oder mit Online-Hilfsmittel das Thema erarbeiteten. Dazu kamen von meiner Seite Motivation, Lernfestigung und Feedback. Es dürfte klar sein, dass das Ergebnis hier besser ausgefallen ist.

Natürlich gibt es Autodidakten, die brauchen keinen Lehrer. Ob man fürs Saxspielen keinen Lehrer braucht, weiß ich nicht, aber falls man einen hat, ist man seinem/ihrem pädagogischen Geschick erst einmal hilflos ausgeliefert.

Leider denken die meisten Lehrer, dass sie Kraft ihres Amtes (oder Wissens oder Könnens) genug Charisma haben, einen wunderschönen Unterricht abzuhalten. Sie protzen und prahlen mit ihrem Wissen, aber was nutzt es dem Schüler? Im Idealfall verliebt sich die hübsche Schülerin in diesen allwissenden Lehrer, himmelt ihn an und kopiert seine Mode, seinen Stil, seinen Klang. Das ehrt den Lehrer, natürlich, und er lässt nun alle Pädagogik ganz fahren. Prima :blink:

In diesen schönen Zeiten, in denen alles Wissen ohnehin online abrufbar ist, braucht es doch nur noch ein USB-Kabel vom Computer direkt ins Hirn und voila - alles Wissen ist übertragen. Natürlich funzt das so nicht. Warum funzt das nicht? Weil das Wissen nicht didaktisch aufgearbeitet ist und weil Lernen ein Prozess ist. Das heißt ... ja, wieder einmal ... man muss den Schüler da abholen, wo er steht (man achte bei diesem Satz einmal darauf, wer hier was tun muss!)

Überhaupt, was gibt es groß fürs Leben zu lernen? Ich muss lernen mich zu ernähren und brauche ein Dach über dem Kopf. Dafür braucht es Geld, ich muss also "anschaffen." Je nachdem, wie virtuos ich auf meinem Gebiet bin, verdiene ich mehr oder weniger und muss mehr oder weniger arbeiten, um mich zu ernähren und ein Dach über dem Kopf zu haben. Das ist alles, was es zu Lernen gibt. Paradoxerweise ist das nicht das Leben und das spüren die Schüler. Wahrscheinlich machen sie es intuitiv richtig, indem sie für den Lehrer lernen, der mit seinem Leben, seinem Können, seinen Schülern und mit sich im Reinen ist.

Das entspricht in etwa dem, wie wir Erwachsene beim Lernen vorgehen: wir dackeln zur Musikschule oder in die VHS und buchen Unterricht gegen Geld. Wenn die Chemie und/oder der Klang des Lehrers stimmt, ist alles okay. Wenn nicht, suchen wir uns einen Neuen.

Es wäre schön, wenn die Schüler in den Zwangsschulen diese Wahlfreiheit ebenfalls hätten.

Soweit der Senf von mir,
schöne Grüße von wallenstein
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Muss ein Musiklehrer....... 20 Mai 2009 11:56 #74579

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Hi Hans
Deine Frage war aber nicht, ob es Lehrer gibt, die ihren Schülern ihre Klangvorstellungen aufdiktieren, sondern, ob ein guter Lehrer seine Klangvorstellungen auf den Schüler übertragen sollte.

Klar, es gibt jede Menge Lehrer, die alles ablehnen, was nicht so ist wie sie selbst. Es gibt auch genügend unmündige Schüler, die sich alles aufdiktieren lassen. Genausoviele Lehrer/Schüler gibt es, denen Klang schlicht egal ist und daher nicht darauf achten.

Trotzdem finde ich, daß ein guter Lehrer nur Hilfestellungen gibt (nicht nur hinsichtlich Klang) aber nichts diktiert. Problem dürfte e.B.n. eher sein, daß die Lehrer selbst keine ausreichende Ahnung haben qualifizierte Hilfestellungen zu geben. Da ist diktieren schlicht einfacher.
JEs
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Muss ein Musiklehrer....... 20 Mai 2009 23:04 #74591

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Moin!

@Wallenstein
Habe ich so,----nicht geschrieben.:(
Ich meine es in Bezug auf Sozialisation!
Gelegentlich habe ich den Eindruck das Lehrer da scheitern.:blink:


@Jes- Richtig, aber in wie weit, das ist wohl die goldene Frage/Hand.
Vieles erscheint elegant, aber nicht bei genauen Hören(sehen)!:blink:

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@Pue Zitat:
Will sagen, der Lehrer sollte die Technik des Lernens und nicht die Technik des Saxophonspiels vermitteln.
Wie gehe ich Rhythmusprobleme an, wie übe ich Passagen, was hilft mir im musikalischen Verständnis, wie kann ich meine Haltung überprüfen?

Lernen und einen eigenen Ton entwickeln muss der Schüler schon selber.

Zitat Ende!


;-) Find ich gut!:)

LG Hans
Letzte Änderung: 20 Mai 2009 23:05 von hwp.
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Muss ein Musiklehrer....... 22 Mai 2009 21:06 #74653

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Hallo!

Die Frage "Muss ein Musiklehrer...?" oder die Forderung "Ein Musiklehrer sollte...." finde ich ziemlich normativ und zumindest für den Einzel-Musikunterricht, wie ich ihn erlebe, gar nicht hilfreich.

Auch sind die verschiedenen Unterrichtssituationen gar nicht vergleichbar, die hier in diesem Thread schon aufgetaucht sind: Hier die Pflichtschule, in der Musikunterricht an 30 Kinder/Jugendliche gleichzeitig erteilt wird, dort der Einzelunterricht an Lernende, die freiwillig da sind.

Klar, den Schüler da abzuholen, wo er steht, finde ich auch völlig richtig. Schließlich kommt die Pädagogik daher:

"Pädagogik (von griechisch [...] paideia = Erziehung, Bildung bzw. [...] pais = Knabe, Kind griechisch [...] agein = führen) oder Erziehungswissenschaft sind Bezeichnungen für die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung auseinandersetzt. Die Unterscheidung der beiden Bezeichnungen ist vornehmlich historisch zu sehen. Im klassischen Griechenland hatte der Pädagoge als Knabenführer die Aufgabe, ausgewählte Knaben den Philosophen zur Erziehung zuzuführen." (Wikipedia)

Und genau dieser Zwiespalt ist doch erlebbar, wenn man Lehrer/Lehrerin in einer Schule ist: Abholen, zu etwas führen, gleichzeitig Raum für Individualität lassen und Eigenverantwortung fördern. Ich fand das einen ganz schönen Eiertanz, als ich noch im Schuldienst war: 30 Individuen mit unterschiedlichen Motivationsgraden gleichzeitig abholen und zu 30 individuellen Lernfortschritten und -zielen führen, die sie dann eigenverantwortlich und selbsttätig erreichen. :unsure:

Insofern kann ich aus meinem Erfahrungsschatz und aus meinem Freundeskreis nicht bestätigen, dass "alle/die meisten Lehrer" sich qua Amt für geboren halten oder meinen, sie hätten genug Charisma. Ich würde eher das Gegenteil vermuten. Die werden ja in den letzten Jahren auch ganz schön von der Schulverwaltung demontiert. Aber das ist ein anderes Thema.......

Zur Musik und zur Frage von Hans:

Ich finde, dass ein Instrumentallehrer gar nicht umhin kommt, auch "Klang/Sound/Gesamtheit der akustischen Erscheinung" beizubringen oder daran mit dem Schüler zu arbeiten. Ist das Instrumentenlernen nicht immer ganzheitlich? Und nur zwangsläufig in eine Abfolge zerlegt, weil nicht alles gleichzeitig geht?

Mir fällt da das Bild ein, das meine Lehrerin bringt: "Das ist wie eine umgekehrte Pyramide." Du nimmst dir einen Aspekt (Warum klingt jetzt der Ton in dem Abschnitt nicht?) und irgendwie erweitert sich um diesen Aspekt herum alles nach oben hin: siehe den Harmonielehrethread.

Da sehe ich auch den Klang/Sound eingebettet, weil ich finde, dass er die Wirkung dessen, was wir spielen, maßgeblich beeinflusst. Und da das alles ja nach Aufführung oder Vorführung oder was auch immer giert, soll es doch wirken, oder? Ich spiele ja nicht nur für mich und meine Zimmerwand.

Fingerfertigkeit und Schnelligkeit bringt nix, wenn ich dünn oder falsch klinge. Voller, fetter Sound bringt nix, wenn ich nur Ganze im Tempo 60 spielen kann. Spezialeffekte wirken nicht, wenn ich sie an ungünstigen Stellen einsetze.

Müssen tut kein Privat-Instrumental-Lehrer etwas, finde ich, wo es keine Normen gibt, an denen er gemessen wird. Ich finde es für mich günstig, dass meine Lehrerin immer wieder auf den Sound/Klang achtet und mich an bestimmte Grundlagen erinnert.

Im Einzelunterricht mit einem Schüler, der freiwillig kommt, ist die Situation für den Lehrer doch einfach: Da ist einer, der will was lernen und außerdem sagt er auch noch, was er mal spielen oder können will. Da ist das mit dem Abholen und Führen ja wohl kein Problem mehr, oder?

Gruß
Markus
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Muss ein Musiklehrer....... 22 Mai 2009 21:22 #74656

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Moin !

In Bezug auf die Musik an sich, oder wo liegt die eigentliche Prämisse eines Lehrers, auch zu dem was er an seinem Schüler erkennen sollte, könnte , müßte,:unsure: möchte ich noch auf dieses Interview verweisen!

http://www.classic-life.com/05Interviews/0511Harmonische_disharmonische%20Musik/051101%20Harmonische_disharmonische%20Musik.htm

LG Hans
Letzte Änderung: 22 Mai 2009 21:23 von hwp.
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