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THEMA: Tempo lernen

Tempo lernen 12 Jun 2008 15:16 #57902

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Ich sitze immer noch fleißig an der ersten Übung aus "Patterns for Jazz": Dur Akkorde mit steigendem Tempo arpeggieren. Ab einem gewissen Tempo greife ich zwar noch die richtigen Noten, merke aber ganz deutlich, dass meine Finger den gleichmäßigen Rythmus nicht hinkriegen.

Jetzt frage ich mich, was die richtige Strategie ist: Das Tempo dann trotzdem weiter erhöhen, so lange ich überhaupt noch die richtigen Noten greife, oder bei dem Tempo halt machen, bei dem ich gerade noch rythmisch richtig spiele. Was meint Ihr?
Kaufst du noch oder spielst du schon?

Tenor: YTS 62C, McHeinlein 9*, Rigotti Queen 2,5
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Re: Tempo lernen 12 Jun 2008 16:06 #57905

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Wenn das Metronom jetzt auf Viertel geklungen hat, dann stelle es auf die doppelte BPM Zahl, dann hast du ein Schlag pro Achtel. Jetzt übe das Pattern langsam mit der neuen Metronomeinstellung und steigere dich. Mach das aber nicht, wenn du z.B. Achteltriolen im zu übenden Pattern hast, das verwirrt nur.
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Re: Tempo lernen 12 Jun 2008 16:08 #57906

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Das Thema hatten wir schon mal irgendwo. Egal: Vor Jahren traf ich in Frankfurt/M. einmal Michael Sagmeister, einen der renommiertesten deutschen Jazzgitarristen. Er saß im Laden von Gitarrenbauer Peter Coura und spielte höllisch schnelle Jazzläufe höllisch präzise. Obwohl ich selbst auf der Gitarre ein ziemlicher Flitzefinger war, war ich ziemlich überrascht und fragte ihn, wie er das denn alles so irrsinnig schnell spielen könne. Seine Antwort sinngemäß: "Ganz langsam anfangen, langsam steigern". Und: "Was man langsam nicht präzise hinbekommt, das geht auch schnell nicht." Eigentlich ganz logisch, oder? Jedenfalls muss ich dem Sagmeister hundertprozentig Recht geben.
Keep it stupid and simple!
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Re: Tempo lernen 12 Jun 2008 16:19 #57907

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Was ich auch wichtig finde, sich nicht nur an Phänomenen ausserhalb Deiner selbst zu orientieren(rythmus wackelt oder nicht), sondern
an Dir selbst; also wie es Dir dabei geht.Fühlst Du Dich wohl?Sind die Bewegungen locker,"elegant"? Oder wirst Du immer mehr zusammengezogen, angestrengt, hektisch? Also wenn ich Dir raten darf
- ich mein, wer bin ich schon?- ich würde immer im Bereich der ersten Frage (wohlfühlen, unangestrengt usw.) bleiben.
Dh. selbst ein sauberer Rythmus mit einem angestrengten Raggae
ist schon ein Zeichen für zu schnell.
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Reeds-Shop

Re: Tempo lernen 12 Jun 2008 16:21 #57908

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Hi,

dazu noch eine andere Anekdote: Als John Scofield vor vielen Jahren in der Müchner Vielharmonie (ja, die mit V - gibt"s mittlerweile nicht mehr) spielte, war er am Ende des Abends so sternhagelvoll, dass er sich kaum mehr gerade halten konnte. Als ihn dann ein Zuschauer fragte: "Mr. Scofield, how can you play when you are so drunk" antwortete dieser ganz kurz (und ein wenig undeutlich): "Because I practice drunk". Sollte jetzt kein substantieller Beitrag sein, sondern nur noch einmal auf die Wichtigkeit des Übens hinweisen. :"(
next time you see me...
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Re: Tempo lernen 12 Jun 2008 18:00 #57912

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Schön unangestrengt hohes Tempo zu spielen ist das Ziel. Aber die Frage ist, wie komm ich da hin? Wenn ich nun schön unangestrengt mit etwas ruhigem Tempo spiele, ok, wunderbar, aber wie komm ich eine Stufe höher? Oder anders gefragt, wann weiß ich das ich eine Stufe höher gehen kann? Und jetzt die entscheidende Frage, wieviel ist eine Stufe??? :-\ :-\ :-\
Wächst denn das Gras schneller, wenn man daran zieht?
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Re: Tempo lernen 12 Jun 2008 18:05 #57913

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Gegenfrage: wofür willst du es wissen? Wirst du schon merken.

Ja, man muss noch nicht einmal an eine Grenze heran üben. Beim effektivsten Üben spielt man immer so schnell, dass es rhythmisch sauber und richtig gegriffen ist. Sobald du an deine Grenze kommst, machst du im Prinzip schon den Fehler, eben die Grenze zu spüren: es wackelt oder du vergreifst dich. Und jeden Schnitzer musst du erst wieder wegüben, das ist der Grund, warum es nicht effektiv ist, wirklich schnell zu üben.

Die Devise ist also, unter dem Limit zu spielen. Das gilt für alles, auch für Lautstärke, Ausdruck, ja sogar die Anzahl der Töne in einer Improvisation. Unter deinem Limit bleibst du immer locker. Das ist wichtig. Mr. Scofield hat es bestimmt nicht mit Komasaufen geschafft, sondern stetig - Schluck für Schluck.



Noch ein paar Tipps zum guten Einüben:

-die Töne von Arpeggien und Skalen auch mal Stakkato spielen. Oft merkt man da erst, das man nicht hundert Prozent sauber greift. Man hört das dann am Nachklappern der Töne

-die Übungen singen

-die Übungen auch auswendig spielen lernen

-einfache Übungen in Gedanken durchfingern, ganz ohne Horn die Griffe in der richtigen Reihenfolge denken

Das Gehirn arbeitet mt Mustern. Ein Einzelnes kann es sich nicht merken, sondern es merkt sich zusammenhängende Strukturen. Deshalb ist es immer gut, sich einer solchen Sache von verschiedenen Seiten zu nähern. Eine Methode ist z.B., Noten farbig zu ummalen. Allein durch die Beschäftigung mit den Noten und verschiedenen Farben hat das Gehirn mehr Futter, will heißen Anhaltspunkte, sich an die Töne zu erinnern. Und je schneller es sie abrufen kann, desto schneller kann man spielen.
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Re: Tempo lernen 12 Jun 2008 18:21 #57915

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Das mit dem entspannten Spielen klingt für mich sehr gut.

Ist es denn grundsätzlich so, dass man mit genug Übung auch schnelle Tempi ganz entspannt spielen kann?
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Re: Tempo lernen 12 Jun 2008 18:38 #57918

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Bei normalen körperlichen Voraussetzungen und bis zu einem gewissen Alter bestimmt. Trotzdem bringt jeder bessere oder schlechtere thythmisch-musikalische Voraussetzungen mit.
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Re: Tempo lernen 12 Jun 2008 18:44 #57919

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"Ist es denn grundsätzlich so, dass man mit genug Übung auch schnelle Tempi ganz entspannt spielen kann?"
Sieh es mal von der anderen Seite:sicher ist, das Du mit Anspannung
etc. vielleicht(!) eine gewisse Geschwindigkeit Dir aufzwingen kannst.
Aber es wird a) keinen Spass machen und b) nicht cool klingen-
eher exerziermässig.
Und es kommt nicht nur auf genug üben an, sondern auf die Disziplin, zu unterbrechen, wenn Du merkst, Du fängst an (!) , Dich zusammenzuziehen und anzustrengen-und auf ein gelassenes, offenes Ohr nach innen, um es überhaupt zu merken; also auf die bereitschaft, über unzweckmässiges Verhalten zu stolpern. Und das Schöne ist:
DAS kannst Du den ganzen Tag üben-egal bei welcher Tätigkeit.
Hat auch mit "Präsenz" zu tun. Bist Du bei Dir oder träumst Du gerade vom Beifall der Massen oder vom nächsten Urlaub oder vom nächsten Bier.Jetzt bin ich bei meinem Lieblingsthema, sorry, aber Prasenz ist Grundvoraussetzung für diese Sachen; eigentlich für alles.
Jetzt hör ich auf, sonst wirds ein Buch.
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