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THEMA: Neu hier UND: Groove

Neu hier UND: Groove 25 Apr 2010 15:13 #89530

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Hallo. Ich wollte mich, bevor ich mit einer Frage loslege, erst kurz vorstellen: Ich bin 38 Jahre alt und spiele seit ca. 5 Jahren Altsaxophon. Ich seh das spielen relativ locker - soll nur für mich zum "Arbeitsausgleich" sein. Bis vor 8 Wochen habe ich mich zum spielen in meinen Keller verkrümelt und bin nur zum Unterricht "Vorgekrochen" Mein Musiklehrer hat mich jetzt doch überredet, in einem Ensemble (Klavier, Klarinette, 2 x Altsax) mitzuspielen. Macht viel Spass. Jetzt aber zu meiner Frage: ich habe mich schon öfters aufgenommen und mir fehlt eindeutig der GROOVE :blink: .... Es hört sich zwar nett und brav an und die Lieder sind Aneinanderreihung von Tönen, aber es fehlt die Musik. Wie kann ich meinen Tönen das gewisse Etwas verleihen?? Danke für Tipps.
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Neu hier UND: Groove 25 Apr 2010 15:48 #89533

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. . . singe bzw spreche alle möglichen rhythmischen Dinge bei Aufnahmen mit!
Meldodien, rhythmische Akzente vom Klavier etc, Soli usw.
Singe/spreche sie genau mit, dazu musst du sie öfters bis, bei schweren Teilen, sehr oft hören.
Je kürzer die Abspiellänge ist, dessen was du mitsinngst, umso schneller lernst.
Ideal ist eine loopfunktion.
Best Practice software freeware z.B. liefert die, auch mit verlangsamten Tempo.

Diese Methode bringt ganz sicher eine starke verbesserung von rhytmischer Klarheit und Genauigkeit, Formbewußtsein etc.
Eine andere Frage ist es, wie weit deine Instrumentalfähigkeiten das umsetzen können, aber danach fragst du ja nicht.

Gruß
Werner
Letzte Änderung: 25 Apr 2010 15:49 von Sorano.
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Neu hier UND: Groove 26 Apr 2010 09:48 #89577

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Servus!
Aus Deinem Posting ergeben sich für mich zwei Fragen:
a) Was genau meinst Du, wenn Du von "Groove" sprichst?
b) Was genau möchtest Du ändern?

Unter "Groove" verstehe ich zum Beispiel das Feeling, das "zwischen" den Tönen, Melodien und Rhythmiken hör- bzw. spürbar ist. An diesem Feeling zu arbeiten und es für Dritte (und für uns) erkennbar zu machen, ist nicht ganz so einfach.
Hierfür an der Technik zu arbeiten, schießt am Ziel vorbei. AUSDRUCK ist das Thema. Tja, und wie kommt man hier weiter? In der Musik gelten aus meiner Sicht ähnliche Dinge wie bei der gesprochenen oder gesungenen Sprache, Artikulation, Phrasierung u.ä. sind entscheidend. Pausen machen auch sehr viel aus. Wie wird Spannung erzeugt...Neugierde erschaffen? Wie bringe ich meine Zuhörer/innen dazu, mir zuzuhören, mit mir Augenkontakt aufzunehmen, zu halten...
Allgemein: bei der Musik zu bleiben, die Aufmerksamkeit nicht in andere Richtungen zu lenken / lenken zu lassen...

Einen Tipp kann ich hier schwer geben, aber vielleicht könnten wir darüber diskutieren, um gemeinsam näher an das Theam zu gelangen!?

Das gewisse "Etwas": tja, was ist das denn? Was ist Dein Ziel?
Willst Du klingen wie X, Y oder Z oder wie Akitta? Oder wie Jogi?
Seinen eigenen Weg zu suchen wäre vielleicht der erste Schritt.
Diesen meinen Weg suche ich z.Zt. z.B. über Mundstück und lässigere (lockerere) Spielweise, andere Herangehensweise an Noten (nicht ganz so Ernst nehmen, was notiert ist, eher als Grundlage einer eigenen Interpretation) u.ä.

Hilft?
Ich finde den Austausch über Dein "Problem" sehr gut und sinnvoll, da es aus meiner Sicht u.U. jede/n angeht.
Bitte weiter!
Danke.
Herzliche Grüße
Jogi
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Neu hier UND: Groove 26 Apr 2010 10:52 #89580

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Hi,

ich glaube, einer der wichtigsten Voraussetzung, mit Groove, Feeling (oder wie immer man es nennen möchte) zu spielen, ist, viel zu hören. Und zwar die Sachen, die man eben spielen möchte. Dann ergeben sich manche Dinge fast von selbst. Die Art, wie man Akzente setzt etc. Und irgendwann hat man das, was man Persönlichkeit oder Stil oder wie immer nennt. Ich glaube, das Hören ist der Schlüssel. Oder zumindest ein ganz wichtiger Faktor.
next time you see me...
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Reeds-Shop

Neu hier UND: Groove 26 Apr 2010 11:37 #89585

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Ja, eine sehr sinnvolle Diskussion.

Und das Wesentlichste am Groove ist noch nicht genannt worden: die Bewegung.

Musik ist ursprünglich immer mit Tanz verbunden. Musik und Tanz bildeten eine Einheit. Das Trommeln, Singen und Tanzen afrikanischer Stämme lässt sich nicht voneinander trennen.

In den Volksmusiken europäischer Länder gehört der Tanz in der Regel zur Musik dazu. Nur: hier trennt sich die Sache schon auf, in Tänzer und Musiker.

Bei uns im Bergischen Land ist Volksmusik meist Chormusik. Eine völlig abstrakte Sache. So wird die Schönheit des Landes zwar besungen, es wird aber nicht betreten. Dem Reigen, den die Tänzer früher selber sangen, ist die Bewegung abhanden gekommen und dieser Chormusik, harmonisch oft wundervoll gesetzt, fehlt somit auch jeglicher Groove. Ähnlich in unserer klassischen, oft völlig abstrakten Herrschaftsmusik.

Das soll keine Genrekritik sein, sondern verdeutlichen, was Groove ausmacht.

Vielleicht ist Groove einfach die Nähe zur Bewegung. Das bedeutet, das Groove am aller wenigsten in irgend einem Notenheft zu finden ist. Groove ist da zu finden, wo Musik und Bewegung eine Einheit bilden.

Bestes Beispiel: der Swingrhythmus, der seinen Namen direkt von einer Bewegung hat, dem Schwingen. Wie man Swing spielt, kann man nun nachlesen, nur wird einem nun klar werden, dass man selbst schwingen muss, um andere in Bewegung zu setzen.

Wir Deutschen und speziell die nördlicheren davon wachsen leider in musikalischer Bewegungslosigkeit auf. Es reicht gerade mal noch zum Schunkeln oder hintereinander her Laufen. Nirgends auf der Welt gibt es so wenig Rhythmus als in diesen Landen. Ich kenne viele, mich selbst eingeschlossen, für die dieses Manko eine große Hürde in der musikalischen Entwicklung darstellt.

Also, hilft alles nix: bewegen ist die Devise. Wenn wir das Tanzen, Singen und Spielen wieder verbinden können, dann grooved es automatisch. Der Groove ist in unseren Körpern schon drin. Und wenn da nur Steifheit drin steckt, dann kommt die auch vorne aus dem Sax raus. Groove hängt mehr mit der Beinlänge als mit den Betonungen, die im Notenheft stehen, zusammen.

Einfachste Übung: marschieren. Zugegeben, eine reduzierte Form von Tanz, hehe. Dennoch: ein Grundmuster. Nennen wir es Schreiten: spielen wir einen Schreittanz. Das Heben und Senken der Beine und Füße gehorcht den körperlichen Gegebenheiten. Diese stecken den Rahmen des Grooves ab. Es macht groovetechnisch keinen Sinn, wesentlich schneller oder langsamer als eben dieses Schreiten zu sein. So sind die Viertel meist an Füße und Beine gebunden. Wem das reicht, der kann so tatsächlich mit einfachsten Mitteln in einer Militärkapelle grooven.

Wenn ich wandere oder jogge, habe ich grundsätzlich und durchgängig Melodien im Kopf, oft ganz einfache Pattern, die variieren, die sich mit dem Atem synchronisieren. Wieder ein enorm wichtiger Bezug von Saxophonspiel zu Körper: die Phrase, bestimmt durch das Luftvolumen der Lunge. Auch hier grooved es im weiteren Sinne nur, wenn die Phrasen körperlich sind, Kettensätze oder asthmatisches Gestottere entsprechen nicht unserem Körper.

Auf dem Hintergrund solcher Überlegungen kann ich mir viele Tipps überlegen, die helfen, sich dem Groove zu nähern. Der beste Tipp wäre, den eigenen Körper dazu sprechen zu lassen. Der sollte den besten Weg kennen.

Vielleicht wollte der schon immer mal in den Karneval nach Rio.
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Neu hier UND: Groove 26 Apr 2010 12:28 #89588

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Moin,

nach dem Lesen des Beitrages von pue fallen mir spontan zwei Dinge ein:

- ich habe so viele Jazzer kennen gelernt, die ständig über Rhythmik, Timing, Microtiming, Swing und Groove debattiert haben, dass mir schon ganz schwindelig wurde, die aber absolut Null tanzen konnten/können

- meine persönliche Erfahrung ist, dass ich meine Musik (Salsa) erst über das Tanzen überhaupt angefangen habe zu verstehen, dummerweise mit dem Nebeneffekt, dass ich nicht tanzbare Musik nun nicht mehr besonders attraktiv finde

Gruß,
xcielo
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Neu hier UND: Groove 26 Apr 2010 13:17 #89590

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Tja:

Was ist GROOVE?

Bzw: Was macht GROOVE aus? Wie komme ich zum GROOVE?

Eins wurde hier schon ein paar mal genannt:

Hören, hören, hören. Was passiert da, wenn ich das Gefühl habe "es grooved"?

Dann komnmt natürlich: Die eigene Musik spüren (tanzen), sich bewegen.

Nicht das Instrument und die Melodie spielen (das kann jeder Computer), sondern MIT dem Instrument, MIT der Melodie spielen.
Keep swinging!
I believe you should try to make music as beautiful as you can. It should not be done with ugliness.
There's so much hate in the world; you should counteract it with loveliness(Stan Ge
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Neu hier UND: Groove 26 Apr 2010 13:37 #89592

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Hi,
ich habe so viele Jazzer kennen gelernt, die ständig über Rhythmik, Timing, Microtiming, Swing und Groove debattiert haben, dass mir schon ganz schwindelig wurde, die aber absolut Null tanzen konnten/können

allerdings ist es fast schon ein Treppenwitz, dass viele Musiker eben die absoluten Nichttänzer sind - zumindest, was das klassische Repertoire an Standardtänzen anlangt. Ist aber nicht unbedingt ein Widerspruch. :blink:
next time you see me...
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Neu hier UND: Groove 26 Apr 2010 13:38 #89593

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Hallo Leute!
Super Thread!!!

In jedem Posting steckt es....dennoch ist es schwer, es zu "greifen"...

Danke an pue! Ich kann nicht musizieren, ohne mich zu bewegen. Glücklicherweise bin ich nicht einer derjenigen, der sich da ver-/weigert oder nicht will....Im Gegenteil ich kann nicht ohne, was natürlich in einer Bigband anders aussieht als mit einer Rockband....

Jedoch grooven Musiker/innen unabhängig davon, welches Instrument sie spielen oder sich (nicht) bewegen... oder nicht.

Mein guter Freund ist eine Groove-Sau am Bass und bewegt sich nicht oder nur minimal...jedoch seine Seele und sein Geist sind vital und wach, wenn er giggt. Er lebt im Spiel, spielt mit seinem Instrument und den anderen Musiker/innen, spielt das Spielen...

Letzten Freitag sah ich eine Band, die hat sich bewegt, nur leider nicht das Publikum... Sie erreichte die Zuhörenden und -sehenden nicht. Aber sie haben sich bewegt....

Aus meiner Sicht ist es eine kaum fassbare Melange aus verschiedenen Mosaiksteinen... die zusammengefügt den "Groove" ausmachen. Diese Teile jedoch zu benennen und daraufhin zielorientiert einzuüben, das ist für mich (noch) nicht wirklich benennbar.

Ein wichtiger Punkt ist für mich auch der Groove eines Ensembles. Wenn nur eine/r groovt, reicht das nicht. Möglichst alle oder die Mehrheit der Menschen sollten die gemeinsame Chemie, die Energie, das Feeling haben... oder anstreben. Dann groovt auch ein Ensemble.

Bei Bands (bin selbst auch E-Basser) ist das Zusammenwirken zwischen Bass und Drums essenziell für die Wirkung auf die anderen Musiker/innen und die Publika...jedoch schwer zu erspielen, einzuüben...

Bis gleich!
Herzliche Grüße
Jogi
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Neu hier UND: Groove 26 Apr 2010 15:34 #89597

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Yeah, Bewegung!

Ich war am Samstag in Basel, da groovte "Funk Off" durch die Straßen.
Wie die Jungs sich bewegt haben, das war schon fast Hochleistungssport. Und der Funke sprang auch auf die Zuhörenden über :blush:

Grüße
Saxolina
Letzte Änderung: 26 Apr 2010 15:35 von saxolina.
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