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THEMA: Klarinette Spiel in Mechanik entfernen

Klarinette Spiel in Mechanik entfernen 07 Jan 2011 14:31 #97770

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Hallo!

An alle die neben Saxophonen auch Klarinetten reparieren.

Hätte ein paar Fragen.

- wieviel spiel darf eine Klarinettenmechanik haben?

- wie entfernt ihr zuviel Spiel?

- lässt sich die Technik mit der Einziehzange auch auf Klarinettenklappen mit Achsen übertragen?

- wie macht man das bei von Schrauben gehaltenen Klappen, Klopfen geht ja nicht?

Vielen Dank im Voraus!

lg
Bernhard
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Klarinette Spiel in Mechanik entfernen 26 Jan 2011 07:59 #98341

  • Toko
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Hi,

gerenell soll bei der Klarinette wie beim Saxophon das Spiel entfernt werden. Während beim Saxophon die Toleranzgrenze bei max. 2-3 Zehntel mm liegt, sollte sie bei der Klarinette bei max. 1-2 mm liegen.

Zuerst versuche ich mit einer Spezialzange die Mechanik zu strecken. Das besondere an der Zang ist, dass der Druck alleine in den meisten Fällen ausreicht, um das Röhrchenmaterial (Achse sitzt dabei im Röhrcnen) zu strecken. Ich konnte das selbst nicht glauben, bis ich diese Zange gesehen und getestet habe. Allerdings funktioniert es bei Messing deutlich besser als bei Gußmaterial.

Hilft das nichts benutzen wir eine Einziehvorichtung. Bei dieser Methode wird das Röhrchen inkl. Achse in einem Backenfutter gesetzt und mittels einer Kurbel zieht sich dieses zusammen und zieht das Material ein.

Letzte Methode ist immer die schmale Einziehzange. Diese hinterlässt aber Spuren und ist daher immer letzte Wahl. Bei zuviel Spiel werden Zwischenlegscheiben angefertigt, die Passgenau die LÜcke auffüllt. Dieses kann man dann auch noch ans Rörchen anlöten.

In ganz seltenen Fällen hilft aber alles nichts, da dass Spiel zu groß ist und zudem das Röhrchenmaterial auch extrem viel radiales Spiel hat. Dann wird das alte Röhrchen abgesägt und ein neues passgenaues mit neuer Achse angefertigt. Hört sich nach viel Arbeit an, ist aber relative schnell für einen Fachmann gemacht. Schwierig wird es hier immer, wenn die Röhrchen nicht im 90° Winkel zur Klappe verlaufen sondern, leicht schräg. Dann muss beim neu einbohren der Winke beachtet werden.

Bei Spitzschrauben funktioniert das alles nicht. Hier müssen entweder Säulchen leicht eingeheerzt werden, damit die Spitzschraube tiefer einzuschrauben ist. Sollte man nur machen, wenn es sich um minimales Spiel handelt, oder es sind neue SChrauben speziel anzufertigen.
Natürlich kann man auch hier Röhrchenmaterial mit Zwischenlegscheiben verlängern, was aber etwas schwieriger ist, wegen der Bohrung zu Spitzschraube.
Sitzt im umgehrten Fall die Spitzschraube zu fest kann man mit einerm Dreikantfräser das Röhrchenmaterial etwas aufarbeiten, damit die Mechanik frei läuft.

Gruß,

ToKo
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Klarinette Spiel in Mechanik entfernen 26 Jan 2011 11:55 #98348

  • Christoph Berndt
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Toko schrieb:
Während beim Saxophon die Toleranzgrenze bei max. 2-3 Zehntel mm [...]

Bei Spitzschrauben funktioniert das alles nicht.


Manche Saxophonbauer sorgen vor, indem sie die Spitzenschrauben justierbar gestalten.


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Für Klarinetten gibt es auch von Minibal Nachrüstsätze für [praktisch] spielfreie Gelenke.

Manche Saxophonbauer verwenden ähnliche [praktisch] spielfrei einstellbare Gelenke an neuralgischen Drehpunkten.


Gruß, Christoph

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Egal was Du spielst, Hauptsache es klingt gut.
Letzte Änderung: 26 Jan 2011 11:55 von Christoph Berndt.
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Klarinette Spiel in Mechanik entfernen 26 Jan 2011 13:16 #98351

  • Toko
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Hi,

naja, dass ist die altbekannte Methode, die King früher angewand hat, es ändert aber nichts daran, dass auch hier mit der Zeit Abrieb am Messingröhrchen entsteht.

Nun kann ich zwar die Spitzschraube weiter reindrehen und kontern, aber eben auch nicht endlos, denn irgendwann kommt es dann zur Berührung zwischen Gewinde der Spitzschraube und Röhrchen, hier besteht dann wieder die Gefahr, dass die Klappe nicht richtig läuft, muss folglich also dann die Spitzschraube wieder beareiten.

Generell aber ist die Idee mit den Konterschrauben allerdings nicht übel...

Gruß,

ToKo
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Reeds-Shop

Klarinette Spiel in Mechanik entfernen 26 Jan 2011 22:45 #98365

  • Christoph Berndt
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Toko schrieb:
Hi,

naja, dass ist die altbekannte Methode, die King früher angewand hat, es ändert aber nichts daran, dass auch hier mit der Zeit Abrieb am Messingröhrchen entsteht.

Nun kann ich zwar die Spitzschraube weiter reindrehen und kontern, aber eben auch nicht endlos, denn irgendwann kommt es dann zur Berührung zwischen Gewinde der Spitzschraube und Röhrchen, hier besteht dann wieder die Gefahr, dass die Klappe nicht richtig läuft, muss folglich also dann die Spitzschraube wieder beareiten.

Generell aber ist die Idee mit den Konterschrauben allerdings nicht übel...

Gruß,

ToKo


Dann mal Butter bei die Fische: Ein [mein] 1942er Martin Committee II beispielsweise hat bis heute - und es war immer in Händen professioneller Spieler - jedenfalls weniger Abrieb an den Messingröhrchen, als das das von Dir beschworene Szenario [Berührung Gewinde/Röhrchen] auch nur annähernd eintreten würde, allerdings ist das Spiel groß genug, daß es durch die "altbekannte Methode" auf ein optimales Maß reduziert werden könnte . . . insofern verdient die Anwendung der Bauweise IMHO doch ein uneingeschränktes Lob . . . und zwar generell und speziell, auch wenn sie heutzutage von den "führenden" Saxophonherstellern nicht angewendet wird . . . ;)

Die Weiterentwicklung gerade der mechanischen Qualität hat doch bei den meisten [großen] Saxophonherstellern generell seit den 30er Jahren kaum noch eine Entwicklung in Richtung Verfeinerung gezeigt - ein Maschinenbauer würde sich angesichts vieler "Wurfpassungen" grämen und die Haare raufen. Da geht noch eine Menge. Aber natürlich müßten wir bereit sein einen wesentlich höheren Preis zu zahlen.

Gruß, Christoph
Egal was Du spielst, Hauptsache es klingt gut.
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Klarinette Spiel in Mechanik entfernen 27 Jan 2011 13:58 #98384

  • Toko
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Hi Christoph,

ich habe ja nicht gesagt das es schlecht ist:
Generell aber ist die Idee mit den Konterschrauben allerdings nicht übel...
,

aber ich finde es eben nicht ideal und begründe das mit den Erfahrungen die ich in meiner bisherigen Laufbahn gemacht habe. Leider kann ich Dein Sax nicht beurteilen, da ich es nicht gesehen habe, aber wenn bei Dir alles läuft und kein Abrieb ist, dann ist es doch auch ideal ;-)

Meiner Meinung nach ist der Abrieb aber nicht geringer, weil es auf Konterbaren Spitzschrauben läuft. Bei einem alten Martin jedoch haben wir ziemlich robustes Röhrchenmaterial, nicht zu vergleichen mit einer Mechanik eines Kings oder eines modernen Saxophons. Auch dieser Fakt spielt eine große Rolle was Abrieb angeht.

Was die generelle Weiterentwicklung angeht gebe ich Dir zu 100% recht. Heute ist gut was günstig und gut ist und nicht was individuell und besonders ist, weil dass auch teurer ist. Mechanisch finde ich gibt es teils auch Rückschritte.
Wenn ich betrachte was es damals für zusätzliche Triller- und Griffmöglichkeiten, Einstellung des Aufgangs der Cis Klappe linke Hand zur verbesserten Intonation oder Zapfenaufnahme des S-Bogens gab. Dinge die auch heute absolut sinnvoll wären, aber zu teuer in der Produktion... schade...

Möglich wäre viel, wirklich viel mehr, zahlbar wohl leider kaum, wer weiß was die Zukunft noch bringt.

Gruß,

ToKo
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Klarinette Spiel in Mechanik entfernen 27 Jan 2011 23:23 #98404

  • Christoph Berndt
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Hi Toko,

ich denke wir verstehen uns - mir ist schon auch bewußt, daß die sprachlichen Maßstäbe für ein "Lob" im Norden der Republik woanders liegen als etwa im Westen und Süden - ein Münsterländer Westfale würde einen Satz wie "nicht übel" schon als allerhöchstes Lob verstehen, und eine Formulierung wie etwa "ist gut" als unglaubwürdige Lobhudelei abstempeln . . . . ;)

So what! :)

Selbstverständlich haben axial einstellbare [und dann mittels Konterung zu fixierende] Spitzschrauben keinen Einfluß auf den Abrieb - sie können nur etwaig entstehendes Spiel aufgrund von Abrieb kompensieren.

Ideal wären andere Konstruktionen. Sagen wir besser annähernd ideal.

Statt Nadelfedern etwa einstellbare Torsionsfedern, sodaß man die Klappengängigkeit leicht justieren kann. Als Wellenlagerung ausgebuchste Lagerböcke mit verstellbarem Wellenbund zur axialen Einstellung, etc. pp. :)

In vielerlei Hinsicht sind zumindest den Saxophonbauern die Hersteller höchstwertiger Blechblasinstrumente da einiges voraus.

Aber es gibt Ausnahmen - wie mein Eppelsheim-Basssax zeigt, da sind viele handwerklich hochwertige Lösungen vorhanden, die auch auf Dauer die Gebrauchstüchtigkeit auf höchstem Niveau erhalten, allein dadurch, daß Materialpaarungen gewählt wurden, die auf minimalen Abrieb hin optimiert sind, bzw. wo das minimal weniger verschleißfeste Teil eben das leichter zu wechselnde Teil ist, z.B. eine Buchse anstelle einer Welle.

Oder Gelenke, deren Spiel einstellbar ist.

Federn, die nicht rosten, und die trotzdem ihre Spannung halten.


Gruß, Christoph
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Letzte Änderung: 27 Jan 2011 23:25 von Christoph Berndt.
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