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THEMA: Welche Marke hielt am längsten durch (Qualität)?

Welche Marke hielt am längsten durch (Qualität)? 13 Jan 2008 21:34 #50601

  • Lusax
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Hallo zusammen,
die Big 4 des alten Amerika haben sich ja im Laufe der Jahre verabschided...
Buescher hielt unter Selmer USA noch bis 1983 durch.
Conn bis 1985.
King bis 1960-ab dann Stencils-und ab 1985 war auch Ende.
Martin bis 1971 und dann baute Leblanc bis ? noch Martin Saxophone.
Zwar hat die Qualität bei allen nachgelassen doch welche Saxophone hatten bis zum Ende eine gute Qualität?
Oder von welcher Marke kann man sagen,dass sie am Ende besser war als die anderen,nur das Geld eben fehlte? :-\
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Re: Welche Marke hielt am längsten durch (Qualität)? 13 Jan 2008 22:27 #50605

  • smatjes
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Hiho,

der qualitaiv hochwertige amerikanische Saxophonmarkt ging in seiner Gänze in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts unter.

... Mitte der 50er, Anfang der 60er jedoch gingen nach und nach die Absatzzahlen zurück, sei es, weil der Markt gesättigt war oder einfach kein Geld mehr für dieses Luxusgut übrig war. Außerdem hatte sich ein weiterer Hersteller mittlerweile mehr als etabliert. Selmer USA konnte Saxophone günstiger fertigen und eroberte sich so wichtige Marktanteile.

Um dem gerecht zu werden, begann man allerorts die Produktionskosten zu senken. Die Qualität der Instrumente begann zu leiden und die Spirale begann sich allerorts zu drehen. Einsparungen gingen auf die Qualität, dies ließ die Nachfrage an amerikanischen Saxophonen sinken. Zudem drängten nun auch noch aus dem asiatischem Raum Saxophone zu günstigen Preisen auf den Weltmarkt, Selmer aus Frankreich stellte eine Alternative für Profisaxe dar, und die amerikanischen Saxophone waren Anfang der 60 Jahre bis auf wenige Ausnahmen zu Schülerinstrumenten geworden. 1961 wurde Martin von Paul Richards übernommen. Dieser stellte zunächst noch erfolgreich die Martin RMC Reihe her. Buescher wurde 1963 von der Selmer USA übernommen, und 1964 übernahm Wurlitzer dann die Martin RMC.

Conn stellte weiterhin Saxophone her, verlegte aber die Produktion nach Mexiko. Von nun an galten Conn Saxophone nur noch als mittelmäßige Schülerinstrumente. Bundy (Selmer USA) hatte noch einen besseren Ruf als Conn, oder King Instrumente.

1977 schloss Holton dann seine Pforten und 1981 übernahm Conn Amstrong und 1985 dann King bzw. das, was davon übrig war. Der amerikanische Saxophonmarkt war endgültig am Ende. Die letzen Bemühungen Conn zu retten schlugen fehl und Conn wurde an das schwedische Konglomerat Skäne Gripen verkauft. Es folgte die Gründung der UMI, die den gesamten Instrumentenmarkt der USA reorganisierte und die Produktionsstätten nach Instrumentgruppen aufteilte. Sie straffte die Organisation und versucht seitdem u.a. den amerikanischen Saxophonbau wiederzubeleben. Die Qualität stieg wieder an und die Instrumente verkauften sich wieder.

Unter dem Dach der UMI werden Saxophone unter dem Labels Conn, King und Amstrong hergestellt. Neben Selmer USA gibt es ansonsten keine weiteren größeren Saxophonhersteller.

Saxophone aus den USA sind völlig ohne Bedeutung!...


Heute ist es die Conn-Selmer Inc. die noch Instrumente von Conn, Armstrong, King, LeBlanc, Holton, Noblet und vielen, vielen andere Marken unter einem Dach vereint. Wer steht wohl in der Hauptsache hinter der Conn-Selmer Inc.? Richtig... Selmer.

Martin wure 1961 von Paul Richards übernommen.
Hier gibt es noch ein paar recht gute Instrumente die einigermaßen Mithalten können (RMC)

1963 ging Buescher an Selmer
Selmer ließ noch eine Weile Buescher Instrumente bauen. Im Grunde wohl aus dem was übrig war. Was blieb war der Name nicht aber die Qualität.

Holton Schloß 1977

Conn übernahm Armstrong 1981 und 1985 King
Conn Saxophone gibt es bis heute, das hat aber nichts mehr, außer dem Namen, mit der Conn Ltd. zu tun.

Also strenggenommen hat Conn als Name überlebt.
Von einzelnen Instrumenten mal abgesehen ging es seit etwa Mitte der 50er bergab und Anfang der 60er war wohl endgültig Schluss. Die Qualität ging bei allen ziemlich gleichzeitig bergab. Der Name Conn wurde und wird von einer Firma zur anderen durchgereicht. Conn bzw. Instrumente mit dem Namen Conn gibt es bis heute.
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Re: Welche Marke hielt am längsten durch (Qualität)? 14 Jan 2008 09:58 #50618

  • kpsenior
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Hallo Smatjes,
vielen Dank für Deine sehr informative Darstellung. In dieser Deutlichkeit und Prägnanz habe ich das noch nicht gelesen. Für Kaufpläne ist das darüber hinaus sehr hilfreich.
Klaus
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Re: Welche Marke hielt am längsten durch (Qualität)? 14 Jan 2008 16:17 #50636

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Das heißt also dass Selmer USA/Buescher eine gute Qualität im Vergleich zu den anderen hatten!? :-\
Danke smatjes,das hilft mir dann schon mal weiter
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Re: Welche Marke hielt am längsten durch (Qualität)? 14 Jan 2008 18:01 #50641

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@Lusax
Die Buescher die von Selmer verkauft wurden haben nur in der Anfangszeit direkt nach der Übernahme eine annehmbare bis gute Qualität. Etwa bis Mitte der 60er.

Es gibt später Buescher Aristocrat Modelle die haben, wie die Bundys, ein mattes Lackfinish und später dann auch keine Gravur mehr sondern nur noch den aufgedruckten Schriftzug. Die haben außer dem Namen nichst mehr mit Buescher zu tun.

Selmer USA hatte im Vergleich zu den anderen amerikanischen Herstellern gute Qualität. Aber nicht vergleichbar mit dem was in der Blüte des Saxophones abgeliefert wurde. Dei Ausnahme bestätigt natürlich immer die Regel.
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Re: Welche Marke hielt am längsten durch (Qualität)? 15 Jan 2008 08:11 #50664

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Ich habe ein Buescher 400 von 1967 mit dem typischen Buescher "underslung Neck".
Die Kanne ist unglaublich gut. Kerniger Sound, super Ansprache und hervorragende Intonation.
Wenn einen die bescheidene Applikatur nicht stört (nach zwei Stunden tun einem die Finger weh!), kann man hier eine Topkanne erwischen, und das oft zu einem guten Preis (< 1000 Euro!).
Ich kann jedem, der auf den schon moderneren American Vintage Sound steht und über ein solches Teil stolpert, einfach mal zu probieren.

Mike
Mehr von mir kommt heraus, wenn ich improvisiere. -- Edward Hopper
Jazz is not dead, it just smells funny! -- Frank Zappa
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