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THEMA: Saxophon B&S Codera

Saxophon B&S Codera 06 Aug 2016 13:44 #120450

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Hallo, liebes "Sax-Geschwader",
nach längerer Abwesenheit bin ich wieder einmal mehr auf fachkundige Hilfe bzw. Erfahrungswerte angewiesen. Gibt es hier im Forum SaxerInnen, die ein B&S Codera Altosax spielen? Besonders interessant wären für mich zudem eure Erfahrungen mit den Resoblades der unteren Tonlochkamine, von denen mein persönlicher Sax-Doc zum Beispiel nicht besonders viel hält und für den die üblichen Lederpolster nach wie vor das Maß aller Dinge sind. So führt er als Argument an, dass die Fehlerquote wegen der speziellen Anfälligkeit der Reso-Klappentechnik bei diesen Instrumenten nie gänzlich ausgeschlossen werden könne und mitunter Nacharbeiten selbst bei nagelneuen Instrumenten notwendig waren. Der Mann hat bei B&S viele Jahre Saxophone gebaut und weiß mit Sicherheit auch, wovon er redet. Seit er selbstständiger Instrumentenbaumeister ist, sind seine Erfahrungen mit dem Codera eher negativer bzw. kritischer Natur. Da ist von nicht ganz "planen" Tonlochrändern bis zu Deckungsfehlern die Rede, welche allerdings hauptsächlich an den unteren Reso-Klappen aufgetreten seien.
Deshalb bitte ich diejenigen, die ein B&S Codera spielen, mir mal ihre Erfahrungen und Eindrücke zur Qualität und auch zum Klang dieser Instrumente mitzuteilen.
Der Rat wird benötigt, da ich die Möglichkeit habe, ein B&S Codera Alto (Goldlack) zu erwerben. Da ich bislang ausschließlich amerikanische Vintage-Hörner spiele, überwiegend Buescher Top Hat und Cane (hin und wieder auch Conn und Martin), wäre es auch wichtig, zu wissen, wie und wo die Codera-Serie klanglich einzuordnen ist.
Leider lässt sich im Netz der ungeahnten Möglichkeiten nicht viel Wissenswertes über dieses spezielle Saxophon finden. Beim Alto wurde zwar die Serienreife erreicht und auch eine gewisse Stückzahl gefertigt, jedoch ist das Angebot auf dem derzeitigen Markt sehr rar. Die Coderas sind also eher schwer zu finden und werden nur äußerst selten zum Kauf angeboten. Das sind zumindest meine Erfahrungen aus den letzten vier Jahren.
Abschließend würde mich noch interessieren, wie hoch der Neuptreis für ein B&S Codera Altosax zwischen 2001 (als es auf den Markt kam) und Ende 2005 (als die Saxophonproduktion bei B&S in Markneukirchen eingestellt wurde) in der normalen Goldlack/Messing-Variante lag.
Vielen lieben Dank schon mal, dass ihr meiner Wulst an Zeilen gefolgt seid und euch sicherlich auch vereinzelt die Mühe machen werdet, mir ein paar Infos zu liefern.

Liebe Grüße aus dem Sächsischen Erzgebirge,

Thomas.
Letzte Änderung: 06 Aug 2016 13:51 von knaeblein. Begründung: Schreibfehler
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Saxophon B&S Codera 14 Aug 2016 22:37 #120470

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Hallo Thomas,

ich habe einige Zeit ein Alto und Tenor des B&S Codera Modells gespielt.
Das sind hoch interessante Instrumente, die ich klanglich wie ein B&S Medusa empfand.

Allerdings habe ich damals niemanden gefunden, der mir bei diesem Exot geholfen hat, wenn mal an den Resoblades was dran war.
Das ist nämlich die Kehrseite, wenn bei dem Saxophon kein Saxdoc eine Wartung vornehmen kann oder möchte.

Nicht umsonst wurde dieses Projekt nicht mehr weiterverfolgt. Es ist einfach nicht massentauglich und zudem sind die Resoblades lauter als herkömmliche Polster.

Als B&S seinen Betrieb geschlossen hat, war die Ersatzteilversorgung auch nicht mehr da.

So weit mir das bekannt ist, kosteten die Instrumente damals über 6500 DM.
Mit freundlichen Grüßen
Simon Martin Guth

SMG Custom Saxophon Service
www.smg-custom.com
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Saxophon B&S Codera 18 Sep 2016 23:14 #120561

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Hallo Simon Martin,
vielen Dank für deine Zeilen. Sehr interessant, was du schreibst. Ich habe inzwischen einige Informationen sammeln können. Einen richtig guten Sax-Doc habe ich an der Hand. Der ist eh unverzichtbar, da auch die anderen Instrumente "Goldene Hände" für ihre Spielbarkeit brauchen.
Der weise Meister ist immer begeistert, wenn ich die alte Ami-Gilde zum Durchsehen bringe. Damit meine ich vor allem Buescher und Martin. Von der Resonanz im unteren Tonbereich ist er dann immer und immer wieder "von den Socken" und kann gar nicht genug davon bekommen. Naja, die alten Amerikaner werden wohl unerreicht bleiben, für alle Zeiten. So eine Liebe wird man in der regel auch nicht wieder los - und das ist gut so!
Dennoch, man sollte schon auch mal für Neues offen sein. Deshalb die Codera-Geschichte. Mich hat die Innovation Wolff Koderas begeistert. Inzwischen habe ich das Instrument auch gekauft und bestaune unentwegt diese ominösen Resoblades. Irre Technik und sensationell gebaut. Da ziehe ich echt den Hut, was und wie B&S da von und mit Kodera umgesetzt hat!
Leider ist die Schallröhre des Codera-Altos eine einzige "krumme Gurke". Man könnte fast meinen, es sei absichtlich so gefertigt worden, damit bei der üblichen leicht Schräghaltung des Musikers, der Schallbecher gerade steht, was er ja im Normalfall nicht tut. Naja, diese Woche geht die Kanne nach Markneukirchen zum Chef und dann weiß ich sicher mehr.
Ansonsten habe ich inzwischen eine Preisliste bzw. ein Preisverzeichnis auftreiben oder besser gesagt, in Erfahrung bringen können. Die teuerste Alto-Variante mit vergoldeter Legierung kostete knapp über 4.500,-€. Bei den Tenören, waren es, wie du richtig geschrieben hast, um die 6.500,-€ für die Edelvariante.
Zur Stückzahl sind die Aussagen eher schwieriger, aber da ist ein Kontaktmann von B&S aktuell noch dran. Aus anderer Quelle habe ich erfahren, dass von den Altos vermutlich nur um die 250 Stück gebaut worden sein sollen. Diese Zahl hat der B&S-Kontaktmann zwar nicht bestätigen wollen, sagte aber, dass die grobe Richtung zur Stückzahl durchaus reell erscheint.
Wenn die Codera-Serie Richtung Medusa geht, wäre ich sicher zufrieden. Den Medusa-Sound kenne ich. Sehr rund und ausgewogen, nach meinem Dafürhalten! Wird nach meiner Einschätzung eigentlich nur von der Guardala-Serie übertroffen. Vermutlich machen sich dann doch ein paar kleine Details im Sound größer bemerkbar, wie beispielsweise die gebördelten Tonlöcher, die das Medusa eben nicht besitzt. Das beste B&S, was ich bislnag hören durfte, war ein schwarz vernickeltes Guardala. Unbeschreiblicher Hammersound. ABER - der Saxophonist (ein absoluter Profimusiker), griff dann auch mal zu meinem Buescher Top Hat & Cane von 1948 und hat sich gar nicht wieder eingeholt. Anderer Sound, andere Klangbreite, andere Brillanz. Am Ende zeigte sein Daumen schwer nach oben und mit einem Schlag auf meine Schulter huldigte er noch einmal dem alten Amerikaner.
So jetzt hab ich aber genug geschrieben. Danke noch einmal für deine Zeilen und eine schöne Zeit wünsche ich dir!

LG, Thomas.
Letzte Änderung: 18 Sep 2016 23:19 von knaeblein. Begründung: Rechtschreibfehler
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Saxophon B&S Codera 21 Sep 2016 14:22 #120564

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Hallo miteinander,
das "Codera-Geheimnis" ist gelüftet. War heute bei meinem Instrumentenbaumeister in Markneukirchen. Seine Augen glänzten, als er das Codera-Alto auspackte. Und sie glänzten noch einen Tick mehr, als er es mit einem Rohling eines 2001er Alto-Modells verglich. Nix Gurke, sondern mit Absicht genau so gebaut.
Ich durfte auf die Reparatur warten. Hat 1,5h gedauert. Lediglich die Resoblade-H-Klappe war verzogen und die Hoch-Fis-Mechanik im Eimer. Zum Preis sag ich lieber nix, aber mehr als moderat.
Jetzt habe ich ein seltenes Super Alto in meinem Besitz. Der Sound ist sehr präsent, unheimlich klar und zentriert, Intonation hervorragend - meinte im Übrigen auch der Meister höchst persönlich!
Also dann, wer noch Fragen haben sollte, speziell zum Codera von B&S, dann nicht zögern. Ich helfe gern weiter, sofern möglich.

Liebe Grüße,

Thomas.
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Saxophon B&S Codera 21 Sep 2016 16:34 #120565

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da kann man sich mitfreuen - = prima Thomas
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Saxophon B&S Codera 22 Sep 2016 16:18 #120568

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Danke, ToMu!
Mein erster Eindruck vom Codera ist überwältigend. Ein ganz anderes Instrument, als mein Vintage-Buescher Top Hat & Cane von 1948. Applikatur Gis-Wippe etc gewöhnungsbedürftig! Spieltechnisch höhere Anforderungen, als der alte Ami. Man muss mit Druck am Mundstück bleiben und viel mit dem Unterkiefer arbeiten. Das Codera will halt erobert werden.
Der Sound ist gigantisch, aber sehr scharf und durchdringend. Geschmackssache! Als Solo-Instrument uneingeschränkt verwendbar, im Satz eher schwierig. Toller Charakter mit enormen Soundspitzen und weit weg von der wärmeren Breite meines alten Mr. Buescher.
Ansonsten super Qualität, allerbeste Handwerkerarbeit, ohne jeglichen Mangel. Kaum Unterschiede bei Verwendung verschiedener Mundstücktypen. Egal, ob Kautschuk oder Metall - die Resonanzveränderungen sind eher marginal. Kein Vergleich zum Buescher, das viel extremer auf eine Veränderung des Mundstücks reagiert.
Alles in allem ein tolles Instrument, das ich nicht wieder hergeben werde, zumal auch nur wenige hundert Stück davon gebaut wurden.

LG, Thomas.
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