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THEMA: Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran?

Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran? 13 Apr 2008 12:24 #54893

  • Raggae
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So langsam traue ich mit dem Sax an den Blues ran. Dabei habe ich aber ein größeres Problem:

Im genauen Gegensatz zur Gitarre (auf der ich schon länger Blues spiele) kann man Töne beim Sax ja nur sehr begrenzt nach oben benden. Dafür geht es aber prima nach unten, was wiederum bei der Gitarre nicht so recht geht (außer mit Tremolo oder "geschummelt" über Pre-Bending).

Irgendwie bin ich im Kopf also schon von der Gitarre versaut und kriege das Bending aufm Sax nicht so richtig hin. Anscheinend muss ich da noch mal ganz anders rangehen. :-\

Habt Ihr Blueser vielleicht mal ein paar Tipps dazu, wie ich da beim Sax vom Kopf her rangehen kann? Wie macht Ihr das?
Kaufst du noch oder spielst du schon?

Tenor: YTS 62C, McHeinlein 9*, Rigotti Queen 2,5
Sopran: Cannonball Big Bell Stone Curved, Steamer, Rigotti Queens 2,5
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Re: Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran? 13 Apr 2008 21:14 #54920

  • SkankingSax
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Tach auch.

Nach oben benden ist zwar schwieriger, geht aber (eingeschränkt) auch mim Sax. Du musst einfach nur unglaublich spannen im Ansatz, dann geht das. Also eigentlich zu fest "drücken"...
Aber nebenbei bemerkt, auf dem Sax bendet man eigentlich hauptsächlich nach unten, das geht einfach besser. Jedes Instrument nach seiner Couleur halt... Deshalb mach locker und lass fallen, wenn du Bending willst... 8-)

Keep on Skanking!
Sax'n'Drums and Rock'n'Ska
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Re: Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran? 13 Apr 2008 23:13 #54932

  • Dragonsax
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Hi,

um einen ähnlichen Effekt, wie das benden nach oben zu erzielen, wird beim Sax sehr gerne eine ganz kurze Vorschlagnote eingesetzt, die einen Halbton unter dem eigentlich
zu spielenden Ton liegt.

Ganz kurz angespielt, ergibt die Vorschlagnote einen ähnlichen Effekt.

Es ist auch möglich einen ebenso kurzen Lauf über mehrere Töne nach oben bis zum Endton zu spielen, aber dafür braucht man sehr flinke Finger. :-)

Das übermäßige Pressen würde ich nicht empfehlen, da dadurch die Qualität des Tones sehr leidet.
Musikalische Grüße, Micha 8-)

*Wer aufhört besser zu werden, hört auch auf gut zu sein*

Setup:
Sax: YAS 62C
MPC: Selmer Super Session E
Blatt: Mec Barres 3,5
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Re: Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran? 13 Apr 2008 23:32 #54933

  • Billy
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Hallo,

Bending habe ich nicht so oft gemacht und manchmal ergibt sich das aus dem Spiel. Meistens bietet sich die Blue Note dafür an. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man das Bending nach oben auch anders durchführen könnte (nur mal so eine Überlegung, hab ich noch nicht ernsthaft durchgeführt):

Nicht vom gegriffenen Ausgangston nach oben, sondern, man greift den höheren Ton, spielt aber intonationstechnisch den niedrigeren Ton und zieht diesen bis zum gegriffenen Ton hoch.

Bending von z.B. E rauf nach G würde dann so gehen: Man greift z.B. ein G, intoniert dieses aber von Anfang an eine kleine Terz tiefer wie E und zieht dieses E dann zum G hoch. Das erfordert allerdings vom Gehör schon eine gute Tonvorstellung.

Gruß,
Billy
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Re: Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran? 14 Apr 2008 02:09 #54936

  • pue
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Das Sax eignet sich hervorragend zum Ziehen und die Vorschreiber haben recht, wenn sie sagen, das das Fallenlassen der Töne der Schlüssel dazu ist. Da ist im Gegensatz zur Gitarre Umdenken angesagt. Man kann Glissandi über ganze Oktaven spielen, wen man mit "zu lockerem" Ansatz eine chromatische oder andere Skala nach oben fingert. Vielleicht kannst du dir als Gitarrist eher ne Slide-Gitarre vorstellen, bei der du auch immer unterhalb des entsprechenden Steges ansetzt, um den Ton dann auf die Endhöhe zu ziehen.

Nach oben wird ein Ton beim Saxophn eher nicht gezogen (gedrückt), gleichwohl läßt ein offener, frei schwingender Ton das zu. Beim Vibrato schwingt der Ton z.B. um seine normale Tonhöhe herum, meist aber geht auch hier der Ausschlag mehr nach unten als nach oben. Die Spielwiese liegt also unterhalb der "stimmigen" Tonhöhe.

Das Ziehen der Töne nach unten ist eine gute Übung. Man lässt den Ansatz lockerer, zieht Unterkiefer und Unterlippe nach unten, muss aber sehr viel Kraft zum Halten des Tones aufbringen. Das ist immer schwer zu erklären, versuch es mal anders herum: will man einen Ton nach unten ziehen, so läßt man dem Blatt mehr Freiraum zu schwingen. Diese Freiheit aber zu kontrollieren und zu halten, erfordert viel Übung und Kraft. Einfacher ist, das Blatt gegen das Mundstück zu pressen; klingt nur nicht so gut. Vielleicht trifft der Satz: "Freiheit aushalten"

Nochmal anders erklärt: setz dich vor einen Tisch und drücke mit der Innenhandfläche mit mäßigem Druck von unten gegen die Tischplatte. Kein Problem, oder? Man kann sich dabei fast entspannen. Nun vermindere den Druck und halte die Hand so, das du die Tischplatte noch berührst, aber nicht mehr feste drückst. Ich stelle dabei fest, das es mir die Sache nicht einfacher macht, nein, nun muss ich mich viel mehr auf die Kraft konzentrieren. Beim reinen Pressen gegen die Tischplatte hab ich den Widerstand gespürt und konnte mich, auch wenn es Kraft kostete, ausruhen. Lasse ich ein wenig lockerer, so bin ich gezwungen, den Druck selber zu kontrollieren und konstant zu halten.

Das ist im Grunde das, was ich "Ansatz" nenne und mir letztendlich die Freiheit gibt, Töne noch sehr viel mehr als auf der Gitarre zu ziehen.
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Re: Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran? 15 Apr 2008 00:38 #54962

  • wallenstein
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oh Spielwiese war gestern ... ;-)

Danke pue, das ist eine sehr schöne Erklärung. Auch wenn ich keine "Bendings" kann (noch nicht!), frage ich mich schon eine geraume Weile, wie man das macht. Wenn man es hört, klingt es so ebenmäßig leichtfüßig (ich erinnere mich: hab mal neben einem Saxspieler gestanden, der das konnte), doch als Sax-newbie ist man/frau eher froh, wenn ein Vibrato gewollt und nicht aufgrund schwächelnder Lippenspannung oder Stütze zustande kommt.

Nun, ich werde mir deinen Tipp ausdrucken (für gute, spätere Zeiten) und mache mir ernsthaft Gedanken, wie man einen Forenbeitrag wie diesen (in einem php-Forum wie diesem), davor retten kann, in den Untiefen des Netztes verschwinden ...

Thanx :-ß
LG, wallenstein
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Re: Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran? 15 Apr 2008 14:56 #54987

  • Raggae
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Vielleicht hatte ich das nicht deutlich genug geschrieben: Die Probleme habe ich weniger beim Bending selbst. Das klappt ganz gut, wenn man mal davon absieht, dass ich jetzt gerade daran arbeite, es OHNE Veränderung der Lippen- bzw. Unterkieferspannung hinzukriegen, sondern über reine Kehlkopf-Arbeit, so wie David Liebman es beschreibt.

Mein eigentliches Problem liegt mehr auf der Vorstellungsebene: Irgendwie kriege ich die Kopfarbeit noch nicht hin, die nötig ist, um das Bending auch im Spiel zu integrieren.

Also ist meine Frage sozusagen eher: Wie integriert Ihr das Bending ins Spiel? (Vor allem beim Blues.)
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Re: Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran? 15 Apr 2008 15:11 #54989

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[...] Meistens bietet sich die Blue Note dafür an.[...]

Also bei Halbtonschritten zur Blue Note hin oder von der Blue Note weg.
Gerne mache ich das auch bei Musik, die für meinen Klangeindruck in die arabische Klangrichtung geht.
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Re: Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran? 15 Apr 2008 15:29 #54992

  • wallenstein
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Hi Billy,

gib doch bitte mal nen Soundbeispiel -- wüsst ja zu gerne, wovon hier die Rede ist :"(

LG
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Re: Bending beim Blues - wie geht Ihr da ran? 15 Apr 2008 17:15 #54995

  • pue
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Hab mal ein Beispiel eingespielt. Ist allerdings nicht Blues, sondern etwas im Stile Benny Carters mit schönem Glissando am Anfang, recht starken und schnellen Vibrato und auch einige Bendings abwärts (sorry, klingt etwas spitz und rumpelt, is halt mim Computer aufgenommen):

klick mir hier

(Is üprigens eines meiner neuen Chus)

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