Kurz vor dem Auftritt, dass Instrument streikt - was nun ...

Wem ist es noch nicht passiert?

Kurz vor dem Auftritt, das Instrument in die Hand genommen, angespielt und schon geht nichts mehr. Jetzt keine Panik, meist ist die Ursache weniger schlimm als erwartet. Die meisten Fehler schleichen sich nach und nach ein und der Spieler merkt schon früh, dass da etwas nicht so gewohnt läuft. Plötzliche Probleme haben meist eine Ursache, die entweder schnell selbst behoben werden kann, oder die durch notdürftige Reparatur zumindest den Auftritt retten kann.

Folgendes sollte stets in Eurem Koffer liegen:

Federhäkchen, Powder Paper, Gummibänder, ein passendes Trillerpolster, ein Stück Baumwolltuch (ohne Rand), Kork, Filz und Kleber, kleine Pinzette. Einiges wurde schon mal angesprochen bzw. zuvor beschrieben. Damit ich nicht zu Vieles wiederholen muss, verweise ich in diesen Fällen auf die entsprechende Textstelle.

 

Problem:

Das Instrument spielt einfach gar nicht los.

Lösung:
Bei der Instrumentenpflege wurde es bereits von mir beschrieben. Der Bogen Eurer S-Bogenklappe kann sich schnell mal durch falsches oder zu festes anfassen verbiegen. Dies passiert gerne mal beim Zusammenbauen. Wie das Problem behoben werden kann, könnt Ihr unter Instrumentenpflege nachlesen.

 

 

Problem: Gis klingt bei mir irgendwie immer wie G, obwohl ich doch Gis greife, hm ...

Lösung:
J
eder kennt das Problem der schmatzenden Polster. Nun die Steigerung von schmatzenden Polstern sind geräuschlose, weil das Polster so sehr klebt, dass die Federkraft es nicht mehr schafft, dass Leder vom Tonlochrand abzudrücken. Auch hierzu findet Ihr schon eine Beschreibung wie das Problem mittels Baumwollstoff bzw. Powder Paper behoben werden kann. In dieser Situation kann ich das Powder Paper empfehlen. Es geht schnell, hält nicht lange auf und verfehlt auch seine Wirkung nicht. Allerdings sollte bei Zeiten das Polster mittels Stoff wieder gereinigt werden.

 

Mehr dazu könnt Ihr unter Instrumentenpflege nachlesen.

 

Problem:

Auf einmal liegt eine Klappe in der linken oder rechten Hand auf dem Tonloch auf, obwohl diese offen stehen soll. Und da, da ist eine Klappe die soll schön geschlossen sein und die wabbelt einfach so herum, hat plötzlich keine Spannung mehr.

 

Lösung:
Die Federn am Saxophon haben sicherlich den Einen oder Anderen schon mehr als einmal leicht verzweifelt. Wenn Klappen nicht mehr offen stehen, so wie sie es sollen, oder geschlossen Klappen plötzlich irgendwie lose sind, dann kann das zwei Federprobleme haben:

 

1. Eine Feder ist ausgehakt:

Fast alle Eure Klappen werden durch Federn geschlossen bzw. offen gehalten. Schaut Euch die betreffende Klappe genau an. Wo ist die Feder? Ist sie hinter einer Federnut eingehängt oder liegt sie einfach frei? Je nachdem ob die entsprechende Klappe offen oder geschlossen sein soll, müsst Ihr nun Eure Feder einhängen. Besonders leicht geht das mit einem Federhäkchen. Ein Bild dazu findet Ihr unter Zubehör. Ihr könnt die Feder auch mit einem Schraubendreher einhängen, ist aber an manchen Stellen sehr schwierig und kann beim Abrutschen Kratzer im Lack verursachen.


2.Eine Feder ist abgebrochen:

Ja, dass ist der etwas unangenehmere Teil. Eine Feder ist auf die Schnelle nicht auszutauschen. Aber mit Hilfe eines Gummibandes ist die gleiche Wirkung zu erzielen und der Auftritt kann überstanden werden. Ihr müsst Euch im Klaren darüber sein, ob die Betreffende Klappe offen oder geschlossen sein muss. So könnt Ihr dann ein Gummiband so an den Säulchen Eures Instrumentes befestigen und an der entsprechenden Klappe einsetzen, dass sie entweder offen oder geschlossen bleibt, aber trotzdem beim Spiel angewendet werden kann. Sicherlich ist der Druck für diesen Auftritt nicht der gleiche, aber Euer Instrument ist spielbar und Ihr seid gerettet.

 



2:10 Minuten

 

Problem:

Ab tief C fangen die Töne an zu rollen.


Dies ist ein relativ oft auftretendes Problem. Meist liegt es an der Schraub-einstellung der Fis-Klappe. An dieser besagten Klappe gibt es die Möglichkeit zwei Schrauben so einzustellen, dass die B-Klappe der linken Hand und die Gis-Klappe geschlossen sind, sobald in der rechten Hand F, E, Fis oder D geggriffen wird. Ist diese Einstellung nicht genau justiert, wirkt sich das besonders im Spiel der teifen Töne aus.

 

Lösung:
Um zu testen, ob die Einstellung zu Gis richtig ist, drückt Ihr die Klappen der rechten Hand mit leichtem Druck zu. Dann drückt Ihr folgend den Gis Drücker, während die rechte Hand gedrückt bleibt. Bewegt sich nun die Gis-Klappe leicht auf, ist die Schraube direkt über der Gis Klappe nicht genügend eingeschraubt. Nun könnt Ihr Euch langsam an die optimale Einstellung heran tasten, indem die Schraube eine viertel Umdrehung weiter reingeschraubt wird. Dies wiederholt Ihr solange, bis Gis geschlossen bleibt, während die rechte Hand die entsprechen Klappen geschlossen hält. Aber Achtung: Die Schraube nicht weiter reindrehen als nötig, denn dann wird sich die Fis Klappe aufdrücken. Die Schraube sollte also eben die Gis-Klappe geschlossen halten. Ihr könnt zwischendurch ja auch als Hilfe immer wieder Euer Instrument anspielen, um zu sehen, ob eine Verbesserung aufgetreten ist.

Die Schraube zur B-Klappe stellt Ihr so ein, dass wenn die F-Klappe der rechten Hand gedrückt wird, die B- Klappe in der linken Hand ebenso schliesst. Sollte dies nicht der Fall sein, dann tastet Euch genauso heran wie mit der Gis-Klappe. Wenn Ihr auch hierbei die Schraube zu weit eindreht, kann wiederum die Fis-Klappe offenstehen, was sie natürlich nicht soll.

 

Problem:
Ein Polster fällt aus der Klappe, oh schi....

Meist passiert das bei den Trillerklappen. Natürlich kann es auch bei anderen Klappen passieren und das jederzeit. Doch ist es meist eine der oberen Trillerklappen und auch hier könnt Ihr Euch wiederum selbst helfen.

Lösung:
Handelt es sich um ein Trillerpolster, ist es kurz vor einem Auftritt wohl der einfachste und auch machbasrte Weg, dass Polster einfach wieder einzukleben. Ihr solltet dabei einen Kleber benutzen der natürlich relativ schnell trocknet. Das Polster wird mit Sicherheit nicht ideal decken, aber wenn Ihr es nahzu gerade einsetzt, zumindest doch schon mal fast ausreichend. Jetzt könnt, oder solltet Ihr, noch ein kräftigeres Gummiband benutzen, um die entsprechende Trillerklappe, die im Ausgangszustand geschlossen ist, noch fester zu schliesssen. Muss diese Klappe beim Spiel benutzt werden, wird dass sicherlich unangenehm schwer sein, aber es funktioniert und der Auftritt kann überstanden werden. Ist eine Klappe im Ausgangszustand geöffnet, kann nach dem gleichen Prinzip vorgegangen werden, allerdings wird beim Spiel diese Klappe doch weitaus kräftiger zugedrückt werden als üblich. Aber auch hier kann das Spiel stattfinden. Nach dem Auftritt kann dann wieder eine Ideallösung hergestellt werden. Diese Selbsthilfe ist für jeden durchführbar, und daher empfinde ich es als sinnvoll, auf jeden Fall das nötige Zubehör stets dabei zu haben.

 

Problem:
Ich packe mein Instrument aus und da liegt doch in meinem Etui ein Stück Kork/Filz!

Jetzt wird langsam etwas kniffeliger. Es muss nun genau untersucht werden wo das Stückchen abgefallen ist. Es könnte auch passieren, dass ein Stück Kork/Filz abfällt ohne, dass Ihr es mitbekommt und das Instrument will auf einmal nicht mehr so richtig. Was also tun?

 

Lösung:
Am besten ist jetzt eine kleine Ecke, wo es etwas ruhiger ist, damit Ihr Euer Instrument hören könnt. Wenn irgendwo ein Stück Kork/Filz abfällt, dann ist auch meist ein metallisches Geräusch zu hören. Das ist dann genau dort, wo Metall auf Metall schlägt. Geht also Klappe für Klappe durch, bis ihr ein ungewohnt lautes, metallisches Geräusch hört. Wenn Ihr diese Stelle findet, könnt Ihr den Fehler meist auch problemlos beheben. Fehlt der Kork irgendwo direkt unter einem Klappenfuss, der dann einfach auf den Korpus aufschlägt wird das Spiel in den meisten Fällen nicht beeinflusst, es entsteht dann nur das unangenehme klappernde Geräusch. Fehlt der Korken an einer Stelle, an der eine weitere Klappe mit zugedrückt wird, kann es zu undichten Stellen kommen, so dass es kaum zu umgehen ist genau dort wieder entsprechendes anzukleben. Das Prinzip ist hier das gleiche einer Schraube. Stellt Euch vor, der Korken/Filz, den Ihr ankleben müsst, ist Eure Schraube. Sprich er darf nur so dick sein, dass die Klappe, die mit runtergedrückt wird, genau schliesst und die Klappe, die man drückt, dann nicht offen steht. Schaut Euch als Beispiel mal in der linken Hand die H-Klappe an. Wenn Ihr diese drückt, schliesst sich auch automatisch die kleine Cis-Klappe. Dies passiert über den langen Steg und genau dort zwischen ist ein kleiner Kork/Filz. Wenn Ihr das System versteht, was es bewirken soll, ist es auch für Euch machbar ein solches Problem kurz vor dem Auftritt zu lösen.

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 31. Dezember 2015 16:23

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