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15. Hamburger Saxophonworkshop

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15. Hamburger Saxophonworkshop

Am 1. und 2. Dezember 2007 fand im Hamburger Konservatorium ein Workshop statt, dessen Titel nicht ganz stimmt: neben Saxophonen waren auch Klarinetten und Querflöten eingeladen (Verhältnis etwa 10:1). Das volle Programm des Workshops wollte von morgens um zehn bis abends um 18 Uhr absolviert werden, hinzu kam der Auftritt am Samstagabend, aber dazu später mehr .....

Das ist ein gaaaaaaaaanz subjektiver Bericht, wochenlange Recherchen bei einem repräsentativen Querschnitt aller Teilnehmer hab ich mir gespart *zwinker*, also los:

Geleitet wurde der Workshop von Anselm Simon, den Teilnehmern des Saxwelt-Workshops auf der Burg im letzten Jahr in guter Erinnerung: Selten habe ich jemanden kennengelernt, der so voller Hochachtung, Freundlichkeit und Humor die Menschen zu Leistungen motiviert, die sie sich noch vor wenigen Minuten niemals zugetraut hätten.

Neben ihm waren im Team: Hanne Römer, Dirigentin, Sängerin, Saxophonistin, die Dänin mit dem trockenen Humor und den unkonventionellen Methoden, Jonny Möller, Saxophonlehrer, das unverkennbare Nordlicht mit dem eingebauten Gute-Laune-Faktor, Andreas Burckhardt, Holzblasinstrumentalist, Musiklehrer, Spezialist für Besonderes, und Edgar Herzog, Saxophonist, immer mit einem humorvollen Glitzern in den Augenwinkeln. Alle fünf zusammen sind sax in the city (http://www.andreas-burckhardt.de/Portals/_eEvolutionCMS/images/default/Flyer%20Sax-in-the-city.pdf). Weil der Workshop mehr Anmeldungen hatte, als geplant, wurde zusätzlich ein weiterer Dozent ins Boot geholt: Jonas, der mir bitte verzeiht, dass ich seinen Nachnamen vergessen habe. Der Workshop war mein dritter und der erste außerhalb der beiden letzten Saxwelt-Workshops. Klar, dass da wieder diese Spannung war: Was erwartet mich, was wird erwartet? Gut, dass wir bereits am Freitag bei Nick und Lars zu acht aufschlagen, uns freuen, nach dem Verbleib der Badehose und der Adoptivlilie fahnden und Töpfe und Flaschen leeren konnten – lecker, lecker ..... Sollte irgendwann irgendjemand jemals irgendetwas zur Gastfreundschaft von Nordlichtern und/oder Saxophonisten erforschen wollen, melde ich mich hiermit freiwillig als Versuchsperson.

Pünktlich (!) um 10 Uhr begrüßte uns Anselm am Samstag im Konservatorium, einem etwas aufgemöbelten, vor allem aber funktionalem 70/80er-Jahre-Bau, nachdem wir zuvor mit allem Organisatorischem, Kaffee und Namensschildchen ausgestattet wurden. (Wo finden eigentlich Workshop-Organisatoren diese Frauen, die sowas von hilfsbereit und nervenstark und dann noch so schön anzusehen sind, hö?) Die Begrüßung passte zu den folgenden zwei Tagen: aufschlussreich, freundlich, für Schmunzler und Lacher sorgend, und ‚angstfrei‘, dem Motto der Dozenten folgend. Klasse, dass wir nicht eingeteilt wurden, sondern uns selber den jeweiligen Schwierigkeitsgraden und Dozenten zuordnen konnten, und zwar zu jedem Angebot neu. Deshalb kann ich leider nichts zu den parallelen Kursen von Andreas, Jonas oder Edgar sagen.

Angeboten wurden Halbtagseinheiten, also vier pro Teilnehmer über‘s Wochenende. Die Aufteilung erfolgte immer nach dem gleichen Prinzip: Die Dozenten erklären, was sie tun möchten und welche Anforderungen sie stellen, die Teilnehmer entscheiden sich per ‚Hammelsprung‘ und stellen sich vor ihre Wahl. Irgendwie funktionierte es immer, dass binnen kürzester Zeit alle Schlangen etwa gleich lang waren.

Am Samstagmorgen haben wir uns in Gruppen auf das Workshopstück vorbereitet (nach Stimmen und Instrumenten). Nach nur einer Stunde gab es die Gemeinschaftsprobe für eine halbe Stunde nebst der Ankündigung, dass wir am Abend im Jazzclub Stellwerk vor dem sax-in-the-city-Konzert auf der Bühne stehen werden und spielen, natürlich 'angstfrei'

Mittagspause: Wie bekomme ich 60 Teilnehmer plus Dozenten und Aussteller auf wenig mehr als 60 Quadrat innerhalb einer Stunde gesättigt? Ich frage ein kleines Familienunternehmen gegenüber, das sich auf Pasta und Pizza spezialisiert hat .... Lecker, sagenhafter Kurs: Unglaublich! Eng ist gesellig und gemütlich

Mit gefülltem Magen nach der Mittagspause ..... Klatschen, Schreiten, Tanzen, Schnippen – Schwitzen – mit diesem unglaublichen Temperamentbündel Jonny ‚stampf zwei drei vier‘.... ‚omama‘ ... ‚uh‘ ;-)

Nachmittags: Instrumentaltechnik und Improvisationsgrundlagen, sechs Dozenten mit unterschiedlichen Konzepten. Laut Workshopplanung sollte eigentlich wohl unterschiedliche Kenntnis der Teilnehmer die Einteilung bestimmen. Wenn ich das richtig verfolgt habe, dann waren die Grenzen doch sehr fliessend – multo sympatico, weil so mehr an den Interessen der Teilnehmer als an einem Organisationsanspruch orientiert.

Tja, und der Abend ....

Allemann und –frau quer durch die Stadt zum Jazzlub Stellwerk über den Gleisen des Harburger Bahnhofs. Wirklich ein feiner Club (
http://homepage.hamburg.de/jazzclub), wo man – anders als hier in Münster – auch in der letzten Reihe noch gut gucken kann, zivile Preise für die Getränke, superfreundliche Menschen hinter den Theken, der Laden allerdings ohne eigenes Sanitär: Die Toilette ist das Bahnhofsklo, bäh, also besser erstmal woanders vorbeigehen ;-).

Überraschung (!): Kleines und Smatty, Nick und Lars sind da!!!

Die Workshop-Teilnehmer spielen ihr Stück vom Vormittag als Vorvorgruppe, sind gleichzeitig Akteure und Zuschauer – das schafft eine interessante Atmosphäre. Wie sich unser Spiel aus Publikumssicht angehört hat, weiß ich nicht, hinter dem Sax hörte es sich ganz ordentlich an und aus dem Saal gestürmt ist niemand. Der Entspannungsfaktor nach dem Stück ist gross ;-) – nun wird erstmal nur zugehört und genossen.




Zu genießen gab’s da tüchtig was: Die Dozentenband sax in the city - die muss man erlebt haben: Leise und laut wird gesaxt, gesungen, gespaßt, gespielt, miteinander kommuniziert, die Bälle weitergegeben, das graue Plastikrohr aus dem Baumarkt ist das Didgeridoo, beinah alle Mitglieder der Saxfamilie und einige Schwarzwurzeln kommen zum Einsatz, selbst ein Besen wird geadelt

Mit superguter Laune ging es kurz vor Mitternacht in Richtung Quartiere – ein bisschen schlechtes Gewissen dabei, schließlich wollen wir am Sonntag noch einiges tun (ging aber )


Und schon wieder pünktlich .... eröffnete Anselm die Sonntagsrunde, das Einteilungsprocedere wiederholt sich routiniert und gewohnt unkompliziert. Ensembles und Improvisation, mit und ohne Noten – das klingt sowas von dröge - war’s aber gar nicht. Die Ergebnisse der Gruppen wurden am späten Nachmittag präsentiert – natürlich wieder gaaaaaanz 'angstfrei'. Aber erstmal wurde geprobt. Ich war – Zufälle gibt es ... - in ähnlicher (gleicher) Saxwelt-Besetzung wie schon am Vortag, bei Jonny gelandet, nachdem ich am Samstag auf ihn wegen Überfüllung verzichten musste. Leichtes Ensemblespiel mit Noten bei einem Perfektionisten – Widersprüche sind sowas von spannend! Umarrangiert, ein paar Menschen in unterschiedliche Stimmen getauscht und schwupps, war ich alleine mit meiner Stimme, Solostimme inclusive – na doll .... Zwei meiner treuen Saxweltmitworkshopper gaben mir ein gut Teil der zwischenzeitig verlorenen Gelassenheit wieder – danke! Es endete nicht so schrecklich wie befürchtet, was ich daraus lernte: Wenn es nicht so läuft, wie erhofft, um Hilfe bitten. Wenn ich selbst mit dieser Hilfe vor Angst vergehe, Angst ignorieren und mal feste mittun und zwei ganz hohe Töne einfach austauschen ;-) – ich hoffe mal, es war nicht zu sehr zu hören.

Mittagspause: Gleiches Phänomen wie am Vortag!

Die zweite Einheit am Nachmittag und wer steht auf dem Programm: HWP und die Mundstücke. Alternativ Saxkunde bei Ingolf Mattern, der übrigens den jüngsten Teilnehmer des Workshops stellte: einen unglaublich charmanten Sopranspieler, der kein Problem damit hatte, hier und da zu solieren, maximal 130 cm hoch - seinen Sohn .

Alternativ vier Gruppen, die ich hier mal wörtlich hintippe: Bluesimprovisation für Anfänger bei Hanne, Improvisieren über Akkorde bei Edgar, Saxophon-Fitness (Tonleitern, Dreiklänge) bei Andreas, Rhythmustraining nach Noten bei Jonny.


Schnell nochmal in den Frühnachmittaggruppen üben und zusammenfassen und schon ist es 17 Uhr und das Abschlusskonzert kann beginnen, zu dem sogar noch Gäste erschienen.

Wahrscheinlich bekomme ich aus der Erinnerung nicht mehr alles zusammen, dieses Potpourri aus Improvisation, Orchester, Theater ...: Anselms Gruppe ‚chillte‘ einen Sonntagsmorgenkaterblues, Bigbandgefühle mit Improvisationen kamen bei Hanne auf, bei Jonas gab’s Tequila, Andreas und Edgar hatten die Leute in ihren Gruppen zu spannenden Arrangements motiviert und Jonny versteckte ein Weihnachtslied in vielstimmigem Arrangement – alle zusammen spielten wir noch einmal das Workshopstück, ich mit Gänsehaut.

 

Wisst Ihr, ich hab lang überlegt, ob ich Euch diese epische Breite antun soll. Wer wirklich wissen will, was auf so nem Workshop passiert, wird das alles lesen wollen, denjenigen, die sich mal kurz updaten möchten, ist das alles wahrscheinlich zu umfangreich. Entschuldigung an letztere Innocent


die Nadja-vrouw

Last Updated on Sunday, 26 July 2009 14:29

 

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