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Dieses Kapitel soll bei der richtigen Wahl des Saxophones helfen. Sicher kann das Thema hier nicht allumfassend behandelt werden. Wer weitere Anregungen zum Thema hat, kann sie gerne an mich senden.

 

Die verschiedenen Baugrößen des Saxophones

Das Saxophon wird in verschiedenen Größen gebaut. Hier ein Überblick:

  • Bb sopranissimo
  • Eb sopranino
  • C soprano
  • Bb soprano
  • Eb alto
  • F alto and Mezzo-Soprano
  • C melody tenor
  • Bb tenor
  • Eb bariton
  • Curved F bariton
  • C bass
  • Bb bass
  • Eb contrabass
  • Bb contrabass

Mit welchem Saxophon soll ich anfangen?

 BuffetAnfangen kann man mit jedem der o.g. Modelle. Besonders eignen sich entweder das Alt- oder das Tenor-Saxophon. Das Alt ist dabei die am weitesten verbreitete Bauform. Aber auch das Tenor ist gut für den Einstieg geeignet. Ich gehe daher hier auch nur auf diese beiden Bauformen ein. Das Alt-Saxophon ist etwas kleiner und leichter als das Tenor und eignet sich daher besonders für Kinder oder für Schüler mit kleineren Händen. Ich halte es aber für wichtig, sich bei der Entscheidung, Alt oder Tenor, von seinem persönlichen Klanggeschmack leiten zu lassen. Das Alt klingt etwas höher, das Tenor ist eher etwas für Leute, die die tieferen Töne bevorzugen.

Am besten man nimmt jemanden mit oder besucht jemanden (siehe Saxweltler helfen Saxweltlern), der schon Saxophon spielen kann und lässt sich die beiden einmal vorspielen. Hat man niemanden, sollte man versuchen, mit dem Geschäft seiner Wahl einen Termin auszumachen und dort jemanden bitten, etwas vorzuspielen. Aber Achtung, ohne Termin geht meist nichts. Ein Tenorsaxophon ist größer als ein Alt und hat statt des geraden, einen gebogenen S-Bogen. Hat man sich nach langem Probieren und Hören endlich für eine Bauform entschieden, kommt die Frage:


Gebraucht oder Neu?

 Ob man nun ein gebrauchtes oder neues Saxophon kauft, muss jeder für sich selbst entscheiden. Man kann ein neues bereits für ca. 650,- € (Alt) oder ca. 750,- € (Tenor) bekommen. Dabei handelt es sich um günstige Einsteigermodelle. Es ist aber auch ohne weiteres möglich, ein neues Saxophon für 2, 3, 4.000,- € oder mehr zu erstehen. Der Vorteil der Neuen ist, man bekommt ein schönes glänzendes Instrument, was in aller Regel optimal eingestellt geliefert wird und über mindestens zwei Jahre Gewährleistung verfügt. Oftmals erhält man auch weiteres Zubehör, je nach Händler ein zwei oder sogar unbegrenzte Nachjustierungen und evtl. sogar eine Generalüberholung am Ende der Gewährleistungsfrist. Es ist oftmals möglich, sein Wunschmodell zunächst zu mieten und dann unter Anrechnung der gesamten oder zumindest eines Großteils der Mietraten zu kaufen.

Yanagisawa A901Die Entscheidung für ein gebrauchtes Instrument ist in erster Linie der Kaufpreis, der in aller Regel deutlich unter dem eines neuen Instrumentes liegt. Dies ist aber mit Vorsicht zu genießen. Vor dem Kauf sollte klargestellt werden, in welchem Zustand das Instrument ist. Ist ein Generalüberholung nötig, müssen zum Kaufpreis noch mal ca. 350,- bis 600,- Euro addiert werden. Natürlich kann man das auch selber machen wenn man sich dies zutraut. Eine Reparaturhilfe findet Ihr hier.

Weitere Nachteile eines gebrauchten Instrumentes ist die, insbesondere bei den Vintage Saxophonen bis ca. 1965, die zum Teil weniger ergonomisch angebrachte Applikatur (Tastenanordnung) und die Möglichkeit des Saxophones, die Töne auch möglichst tontreu (Intonation) wiederzugeben. Beides ist bei den Vintages noch nicht so gut wie bei den modernen Instrumenten von heute. Aber es muss doch einen Grund geben, ein gebrauchtes Saxophon zu kaufen? Ja, der Klang alter Saxophone, meist aus den USA, von Conn, Martin, Buescher oder King ist oft wärmer, charakteristischer als der der heutigen Instrumente. Der Klang tröstet über die Nachteile, die ich zuvor genannt habe, mitunter hinweg. Vintage-Saxophone der o.g. Hersteller sind oftmals je nach Zustand schon für 300,- oder 400,- Euro, manchmal auch günstiger, zu bekommen. Aber natürlich gibt es auch hier Modelle, die wie das Selmer Mark VI mit ca. 3.000,- Euro und mehr gehandelt werden. Auch ein Holton Bariton ist schon für 12.000,- $ weggegangen. Wer also ein glänzendes, optisch 1A Saxophon sucht, sollte sich kein gebrauchtes zulegen. Wem Kratzer und abgenutzter Lack nichts ausmacht, findet unter den gebrauchten bestimmt sein Traumsaxophon.


Welche Marke?

Bei den Vintage Saxophonen (bis ca. Baujahr 1950) sollte man sich bei Martin, Buescher, Conn oder King umschauen. Hier gibt es Saxophone, die zu Legenden geworden sind. The Martin, das Buescher 400, Conn Chu Berry oder King Zephyr sind schwer zu bekommen und haben ihren Preis. Bei den Gebrauchten der näheren Vergangenheit stolpert man immer wieder über das Selmer Mark VI, das weitläufig als überbezahlt gilt und mit ca. 3.000,- € und mehr nicht gerade einem Einsteiger anzuraten ist, der noch nicht weiß, ob das Saxophon nun sein Instrument ist oder doch lieber das Schlagzeug. Bei der Entscheidung zum Kauf eines neuen Instrumentes hört man in der Regel die Namen Yamaha, Selmer, Keilwerth oder Yanagisawa, aber immer öfter auch Expression und Jupiter. Waren die beiden letztgenannten vor einigen Jahren noch Billigmarken mit Billiginstrumenten, haben sie sich in den letzten Jahren zu guten Einsteigersaxophonen gemausert, die für "nur" ca. 650,- € (Altsaxophon) oder 750,- € (Tenor) ein äußerst gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten, das zumindest für den Anfänger ausreichend ist. Yamaha, bekannt für seine guten Instrumente in fast allen Bereichen, schlägt mit ungefähr 1.000,- € zu Buche, und die anderen drei liegen noch darüber. Die Big 4, Yamaha, Yanagisawa, Selmer und Keilwerth bieten darüber hinaus für jede Spielstufe Saxophone an. Es ist vielleicht weniger entscheidend, welche Marke es sein soll. Wichtig ist, dass einem das Saxophon auch "passt". Auch hier gilt wieder: die in die engere Wahl gezogenen Marken selber anspielen oder jemanden, der schon Saxophon spielen kann, mitzunehmen. Aber wie gesagt, das Saxophon muss "passen", daher ist es wichtig, das Saxophon selber in die Hand zu nehmen und auch selber einmal anzuspielen, um es mit anderen vergleichen zu können. Es macht überhaupt nichts, wenn dann nur ein schrilles trööööt rauskommt. Jeder, der im Laden ist, hat irgendwann mal angefangen sein Instrument zu spielen. Und das klang nicht anders. Also, keine Scheu!!


Wenn man sich dann für eine bestimmtes Saxophon entschieden hat, kommt die Frage:

Wo kaufen?

Hat man jemanden, der sich mit Saxophonen auskennt, und findet auch ein Geschäft, das einen gewissenhaft berät, kann man für verhältnismäßig wenig Geld ein sehr gutes gebrauchtes Saxophon bekommen. Wenn man sich aber an Kratzern oder teilweise abgenutztem Lack stört, kommt eigentlich nur ein neues in Frage, obwohl Kratzer und abgenutzter Lack die Eigenschaften des Klanges nicht beeinflussen. Kleine Dellen, wenn sie nicht gerade am S-Bogen oder oberen Korpus sind, auch nicht. Ein Gebrauchtes ohne Kratzer zu finden, ist sehr schwierig, es sei denn, sie wurden neu lackiert. Hier sollte man dann aber umso intensiver testen. Denn eine Neulackierung kann den Klang beeinflussen.

Saxwelt-Shop

Bei gebrauchten und daher etwas älteren Saxophonen muss man mitunter die oben beschriebenen Abstriche in Ausstattung und beim Handling machen.


Hat man sich nun entscheiden, ob es ein Neues oder ein Altes sein soll, stellt sich die Frage:

Geschäft, Versand oder bei Onlineauktionen im Internet?

Hat man keine Ahnung von Saxophonen und auch niemanden seines Vertrauens, der einen beraten kann, sollte man sich auf indirektem Weg in mehrere Geschäfte begeben. Indirekt deswegen, weil man Zeit braucht. Das können Stunden, Tage, aber auch Wochen sein. Deswegen sollte man sich am besten vorher einen Termin bei einem Geschäft holen und schon am Telefon sagen, dass man gerne ein Saxophon kaufen möchte, sich eine Auswahl gern einmal von jemanden vorspielen lassen möchte und eine unverbindliche ausführliche Beratung wünscht. Sehr gute Geschäfte machen das in der Regel problemlos. Nur weil dies aber nicht in aller Ausführlichkeit möglich ist, heißt das noch nicht, dies ist ein schlechter Laden. Hier heißt es dann einfach hingehen und sich beraten lassen. Besteht der Verkäufer auf eine ganz bestimmte Marke ohne auch andere aus dem Regal holen zu wollen, ist der nächste Laden vielleicht besser geeignet. Nimmt man sich aber Zeit und stimmt die Chemie zum Verkäufer, kann man ja später noch mal wiederkommen und zwischenzeitlich in anderen Geschäften vergleichen.

Bei Onlineauktionen gilt im Grunde das Gleiche wie beim Versandhandel. Man hört immer wieder von Betrugsfällen, in denen der Käufer die Ware nicht erhalten hat. Ich selber kaufe und verkaufe bei Onlineauktionen viele Sachen und habe noch nie Probleme gehabt. Nichts desto trotz bleibt die Gefahr, sein Saxophon nicht zu bekommen, da in aller Regel nur gegen Vorkasse verkauft wird. Aber wie gesagt bin ich davon bisher verschont geblieben. Wenn man keine oder nur wenig Ahnung von Saxophonen hat, sollte man keine gebrauchten Instrumente dort kaufen. Diese sind oftmals mehr oder weniger überholungsbedürftig oder zumindest bald fällig. Eine komplette Überholung eine Saxophones kostet gut und gerne 500,- €. Wenn man dort aber sein Trauminstrument gefunden hat, bleibt die Möglichkeit, den Verkäufer zu kontaktieren und ein Rückgaberecht zu vereinbaren. Hier sollten 7 Tage ausreichen. Man muss aber damit rechnen, bei einer Rückgabe des Instrumentes die Versandkosten sowie die Auktionsgebühren und evtl. eine kleine Bearbeitungsgebühr tragen zu müssen. Wer aber Ahnung hat und auch nicht davor zurückscheut ein Polster selbst zu ersetzen, kann auch heute noch echte Schnäppchen machen.

Im Versandhandel zu kaufen ist mit dem Nachteil verbunden, das ausgewählte Instrument nicht anspielen zu können. Hier gibt es aber grundsätzlich ein 14 tägiges Rückgaberecht. Was nichts anderes heißt als das Instrument 14 Tage ausprobieren zu können und dann erst entscheiden zu müssen. Gefällt es nicht, wird es zurückgeschickt. Einige Onlineversender bieten darüber hinaus noch ein längeres Rückgaberecht. Trotzdem bleibt der Nachteil des Hin- und Hersendens bei Garantieansprüchen. Der Versand dauert immer länger, als es kurz zum Laden zurückzubringen. Oftmals sind die Preise im Internet günstiger als im Laden, warum also nicht das Angebot aus dem Internet mit in das Geschäft nehmen und nachfragen, ob man sich im Preis nicht annähern kann.


Passen?

Das Saxophon muss "passen"!!! Das heißt, nicht nur die Größe sollte an die Körpergröße des Spielers angepasst werden, auch die "Tasten" müssen gut erreichbar sein und es muss gut in der Hand liegen. Aber das heißt auch, es muss vom Klang her zu Dir passen. Es nützt nichts, wenn Du ein von der Größe passendes Alt-Saxophon gefunden hast, Dir aber der Klang eines Tenors, oder Soprans besser gefällt. Und der Klang dieses Instruments ist es doch, warum Du gern ein Saxophon hättest. Oder?

Einen wesentlichen Anteil am Klang eines Saxophones allerdings haben der Spieler und das Mundstück, welches er benutzt. Darüber aber mehr an anderer Stelle.

Billigsaxophon ja oder nein?

Da gibt es nur ein klares Jein!

Die Saxophone aus Asien sind günstig und es reizt einen, das Hobby Saxophon einfach einmal auszuprobieren. Gibt es doch Tenorsaxophone schon ab 199,- € neu zu kaufen. Ein Anzreiz, dem kaum zu widerstehen ist. Denn normalerweise bekommt man den Spass Tenorsaxophon erst ab € 800,- und mehr.

Es hat seine Gründe, warum ein Saxophon soviel Geld kostet. Für knapp 200 € ist es nicht möglich, ein ordentliches Saxophon herzustellen. Das Material solcher Saxophone ist oft weich, die Verarbeitung schlecht und Gewährleistung gibt es in aller Regel nicht. Bei einem Kauf eines solchen Instrumentes im Herstellerland hat man hier dann in der Regel keinen Garantieanspruch.

Dennoch, die Qualität der Saxophone aus China oder Taiwan steigt ständig und immer häufiger kaufen westliche Händler dort Teile oder ganze Saxophone ein, um sie hier unter eigenem Namen zu vertreiben. Diese sind dann teurer als in China, dafür hat man die Gewährleistung, einen Ansprechpartner und kann auch davon ausgehen, dass die Instrumente vor dem Verkauf geprüft wurden.

Die Entwicklung auf diesem Gebiet bleibt abzuwarten.

 

Der Saxophonkauf

Steht dann endlich fest, für welches Saxophon du dich entschieden hast, dann viel Erfolg beim Kauf. Was es dabei zu beachten gilt, findest du auf der nächsten Seite.



Last Updated on Saturday, 13 March 2010 17:52

 

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