Warum im Erzgebirge die Heide brennt

oder was Hermann Löns und Donna Clara gemeinsam haben...

Es ist mein zweiter Sax-Workshop. Diesmal erfolgt die Anreise zu zweit. Dirk aus Dortmund hatte im Vorfeld mit mir Kontakt aufgenommen. Warum also nicht gemeinsam fahren? Gesagt - Getan und nach einer kurzweiligen Fahrt kommen wir um 17.30 Uhr in Altenau an. Diesmal weiß ich, welche Gesichter mich erwarten, was mit Instrumenten-Check gemeint ist und wie der Ablauf so ungefähr sein wird...

Herzliche Begrüßung von Hanni (Mutter von Smatjes). Ich erhalte meine Workshop-Mappe, mein Namensschild und den Zimmerschlüssel. Also doch ein Zimmernachbar! Bis zum Schluss war das Bett neben mir im Zimmerbelegungsplan frei. Na mal sehn....

Erst zu ToKo! Dieses Jahr hilft ihm seine Azubiene Ines. Von ihr wird noch zu erzählen sein... ToKo ist derjenige, der die Kannen (Saxe) prüft und kleine Reparaturen sofort durchführt, immer verlassen die Saxe seine Hände in einem Zustand, der besser ist als zuvor, manche macht er erst spielbar. Und das umsonst und mit einer kurzen Beratung zum Zustand des Saxophons. Nie habe ich ihn genervt oder in schlechter Laune gesehen - auch wenn die Schlange lang und länger ist :-) Das ist nicht selbstverständlich! Glück gehabt - Sax ok und gesund! Es kann losgehn.

Dann geht’s zum Zimmer. Gespannt gehe ich über den Flur und betrete das Zimmer 18. Auf mich wartet Peter aus Frankfurt. Er spielt Tenor. Schnell kommen wir ins Gespräch - ein unkomplizierter, freundlicher und lustiger Zimmernachbar.

Das Abendbrot wartet auf uns. Viele Gesichter, die ich von meinem ersten Workshop kenne, sehe ich wieder. Ehe ich mich versehe, ist es halb neun. Wir kommen mit unserem Instrument in den Tagesraum. Smatjes steht ganz vorne und begrüßt die Teilnehmer.

Er stellt die Lehrer vor: Lorenz, Chris und Paulo. Wir teilen die Gruppen ein: ich bin bei Chris gelandet. Auf seinen Unterricht freue ich mich, wir kennen uns vom letzten Jahr.

Die Luft raus, der Tag ist lang gewesen. Aber der Abend beginnt erst jetzt. Wir treffen uns alle im Kaminzimmer und kommen ins Gespräch. Der Raum ist hergerichtet, Petra (Kleines) hat dafür gesorgt, dass das Kaminzimmer eine beschauliche und gemütliche Atmosphäre verbreitet. Spannende Unterhaltungen und lustige Menschen - erst nach Mitternacht geht’s ins Bett. Der Wecker wird gestellt - Peter will als Erster aufstehen - Gott sei Dank!

„Warm your lips“ heißt es nach dem Frühstück. Chris, der musikalische Leiter des Workshops, bringt uns auf Trab. Bis zu acht Takte im vier viertel - da wird die Luft knapp. Aber dann bin ich gut für den Intensivkurs vorbereitet! Chris hat drei schöne und flotte Stücke mitgebracht, die wir in den kommenden Tagen proben und einstudieren. Wir - das sind zwei Baris, sechs Altos und vier Tenöre.

Chris ist unermüdlich. Wir fangen bei Null an. Er ist geduldig, nachsichtig aber trotzdem fordernd. Wir haben Spaß und ein jeder wird da abgeholt, wo er mit seiner Ausbildung und Erfahrung steht.

Um halb eins geht’s zum Mittagessen. Zweimal „Warm“ hat der Gastwirt versprochen und hält sein Wort. Schmackhaft und reichlich - so ist das Essen. Die Gabel ist gerade abgelegt - schon wird im Plenum der Nachmittag geplant: die Teilnehmer können mit den Lehrern ihre Kenntnisse vertiefen und sich weiteren Herausforderungen stellen. Lorenz bietet an „Spielen ohne Gehör“ (später heißt es Spielen ohne Noten :-)), Chris erklärt die Grundlagen für das Session-Spielen, Paulo erstellt mit den Teilnehmern Übungspläne und ToKo bietet einen Kurs an, damit wir Kleinigkeiten an unserem Sax selbst reparieren können. Ehe wir uns versehen, ist es Zeit zum Abendbrot. Wieder lecker und reichlich!

Doch bevor es zum „Gemütlichen“ übergeht heißt es „Saxophontraining mit Chris“. Das bedeutet Endspurt. Die verschiedensten Tonleitern werden gemeinsam geprobt, Akkorde und Verläufe nachgespielt und das mit steigender Geschwindigkeit. So langsam sind wir fertig und das intensive Üben hinterlässt erste Aufbrauchspuren. Doch das rettende Kaminzimmer naht.

Die Stimmung ist schon gut, als plötzlich Ralf (ph?) mit seinem Akkordeon eintritt. Smatjes hatte zuvor gefragt, ob jemand noch ein anderes Instrument spielen würde. Und so kommen wir in den Genuss eines Nicht-Holzblasinstruments, das uns an diesem Abend ausgesprochen viel Freude bereitet. Parallel verläuft die Verlosung. Ein jeder hat bereits bei Ankunft ein Los erhalten und wartet gebannt auf die Ziehung. Smatjes wählt sich als Lotto-Fee ToKos Auszubildende Ines aus. Ines möchte schon um zehn Uhr im Bett sein und bittet alle Anwesenden, schnell den Gewinn entgegen zu nehmen. Smatjes bringt aber Spannung in den Verlauf. Zum Schluss (kurz vor zehn) bleiben die drei Hauptgewinne übrig: jeweils Gutscheine von ToKo mit großzügiger finanzieller Unterstützung. Gemeinsam werden die ersten Preise übergeben.

Danach steigt die Stimmung weiter. Ralf spannt den alten Heidedichter vor den Karren und zu verschiedenen Melodien lässt er die Heide brennen...

Die Stimmung steigt und mit „Oh Donna Clara, ich hab dich tanzen geseh´n - Duuuuu bist wunderschön“ bekommt Hermann Löns echte Konkurrenz.

Die Zeit vergeht im Nu und weit nach Mitternacht kommen Peter und ich in Zimmer 18 an...

Am Freitag Morgen war das „Warm your lips“ eher verhalten, der Konsum an kalten Getränken zum Frühstück überzufällig reichlich.

Der restliche Tag eher schleppend - aber nicht minder lehrreich.

Abends ein Highlight: das Dozentenkonzert mit anschließender Session. Wir durften Lorenz, Paulo und Chris live hören und die hohe Kunst des Saxophon-Spielens miterleben. Toll!

Im Anschluss trauten sich einige von uns mit auf die Bühne und improvisierten zum Blues in b.

Zu früh für mich - vielleicht beim nächsten Mal...

Den Samstag krönte den Workshop mit unserem eigenen Vorspiel: alle Gruppen haben sich vorbereitet und können dem Plenum beim Abschlusskonzert ihr Ergebnis vorstellen. Viele Hotelgäste sind auch anwesend und genießen das Vorspiel.

Das Workshop- Lied, das von Paulo geschrieben ist, wird aufgeführt und von ihm dirigiert.

Das gelungene Abschlusskonzert hat uns alle stolz gemacht: die Lehrer auf ihre Schüler und uns auf uns selbst...
Noch einmal treffen wir uns im Kaminzimmer und feiern ausgelassen den letzten Abend des Workshops. Feuchtfröhlicher Gesang und angeregte Unterhaltungen machen das Beisammensein kurzweilig, lustig und zu einem unvergesslichen Abend. Ralf bringt die Stimmung noch einmal zum Höhepunkt: die Heide brennt ein letztes Mal in Altenau. Zumindest für dieses Jahr :-)

Eine Stunde bekommen wir geschenkt und so ist der Sonntag-Morgen-Effekt nicht ganz so grausam. Peter muss früh los. Wir verabschieden uns. Wir haben uns gut verstanden auf Zimmer 18 - für vier Tage, zwei verschiedene Menschen mit einem gemeinsamen Hobby...

Nach dem Frühstück heißt es aufbrechen und packen - nicht ohne ToKo zur Hand zu gehen. Schnell ist seine Werkstatt eingeräumt und der Sprinter verschlossen.

„Hast Du noch Platz für mich?“ fragt Nadja... Wir fahren zu dritt nach Dortmund zurück. Während der Fahrt werden lebendige Erinnerungen an den 11. Sax-Workshop in Altenau ausgetauscht und in Dortmund verabschieden wir uns

bis zum nächsten Mal...

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 08. November 2015 19:38

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