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Was ist ein Saxophon nun, ein Holzblasinstrument oder ein Blechblasinstrument, und was haben ein Dudelsack und ein Saxophon gemeinsam?

Vorweg: Obwohl ein Saxophon in aller Regel aus Metall besteht, ist es doch ein Holzblasinstrument.

Viele werden jetzt fragen: "Aber wieso, es ist doch aus Blech?"

Arundo Donax1Das stimmt, mal abgesehen davon, dass es ist nicht aus Blech ist, sondern aus Messing bzw. einer Messinglegierung, Kupfer oder auch versilbert. Trotzdem ist es ein Holzblasinstrument. Und da sind wir auch schon bei der Gemeinsamkeit von Saxophon und Dudelsack.

Beide benötigen zur Tonerzeugung ein Blatt oder auch Reed bzw. Blättchen. Dieses besteht aus einem Schilfrohr, dem Riesenschilf mit botanischem Namen Arundo Donax, auch bekannt als Pfahlrohr oder Spanisches Rohr. Es kann eine Höhe von ca. 9 m erreichen und sieht dem Bambus recht ähnlich.


Arundo Donax2

Arundo ist nicht besonders winterhart und wird daher hauptsächlich in südlicheren Breiten rund um den Globus kultiviert. Die meisten für die Reedherstellung genutzten Pflanzen stammen jedoch aus Südfrankreich, Spanien und Italien. Dort werden sie in Plantagen angebaut und verarbeitet.

Die Pflanze ist innen hohl und hat einen Durchmesser von ca. 5 cm am unteren Ende und verjüngt sich auf ca. 2 cm am oberen Ende. So kann sie fast auf der gesamten Länge zur Blattherstellung verwendet werden.

Die sehr faserige Struktur des "Holzes" verfügt über ein ideales Schwingungsverhalten, was ja beim endgültigen Reed sehr wichtig ist. Nach der Ernte des Arundo Donax vergehen jedoch noch zwei bis drei Jahre bis zum fertigen Blatt, da es in dieser Zeit zunächst noch nachreift und trocknen muss.

Arundo Donax3Maschinell werden zunächst rechteckige Stücke geschnitten und unten absolut Plan geschliffen (wobei dies nicht unbedingt den Ansprüchen aller Saxophonisten genügt). Auf einer Seite wird nun das Blatt abgeflacht und erhält somit seine Spitze, diese ist dann dünner als 1 mm.

Dieses Abflachen der Spitze erfolgt in einer Kurve. Dadurch und durch die Eigenschaft des Materials ergeben sich die verschiedenen Stärken der Blätter.

Sie werden dann je nach Hersteller in verschiedene Stärken unterteilt. Und wie nicht anders zu erwarten, benutzen die Hersteller hierfür, wie auch bei den Mundstücken, ihre eigene Bezeichnung.

Vandoren benutzt Zahlen von 1 - 5,

Rico je nach Marke ein Gemisch aus Zahlen und Buchstaben oder nur Zahlen,

La Voz Begriffe wie Soft, Medium und Hard wobei Zwischengrößen mit Medium Soft oder Medium Hard bezeichnet werden.

Um das Ganze noch zu komplizieren, sind die Stärken bei den verschiedenen Marken ein und desselben Herstellers auch nicht gleich. So entspräche ein Vandoren V16 mit der Stärke 2 in etwa einem Vandoren Traditional mit der

Stärke 1 1/2.

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Zur Verdeutlichung und Einordnung könnt ihr diese Tabelle heranziehen.


1,5


2


2,5


3
---

3,5


4


4,5
Saxwelt Arundo 1,5

2

2,5

3

3,5

4

4,5
Rigotti Barre
1,5

2

2,5

3

3,5

4

4,5
Rigotti Regal Queens
2

2,5

3

3,5

4

4,5

5
RicoRoyal















4


RicoSelect



2S
2M
2H
3S
3M
3H
4S
4M
Rico Rot
1,5

2

2,5

3

3,5

4


Rico GCS








2,5


3


3,5
4
Rico Reserve






2

2,5

3


3,5
4
Marca Superieur


1,5

2

2,5

3

3,5

4
Marca Jazz
1,5

2

2,5

3

3,5

4


Marca Excel
1,5

2

2,5

3

3,5

4


AW-Reeds


1,5

2

2,5

3

3,5

4
Gonzalez






2
2,25 2,5
2,75
3
3,25 3,5 3,75 4
Alexander Superial 1,5

2

2,5

3

3,5

4



Alexander Superial DC
1,5

2

2,5

3

3,5

4


Alexander New York


1,5

2

2,5

3
3,5

4

Alexander Classic


1,5

2

2,5


3


3,5
4
Vandoren classic



1,5

2

2,5

3


3,5
4
Vandoren Java & V16

1,5

2

2,5

3

3,5

4

Vandoren ZZ
1,5

2

2,5

3

3,5

4


Hemke

1,5

2

2,5

3

3,5


4
La Voz
S


MS


M

MH




H
Daniels
1,5

2

2,5

3

3,5

4


Francois Louis 1,5

2

2,5

3

3,5

4



Glotin GIII



1,5

2

2,5

3

3,5
4
Esser Solo




1,5


2


2,5



3,0
Brancher Jazz

1,5

2

2,5

3

3,5




Brancher Opera
1,5
2

2,5

3
3
3,5



4
Arundo Finest Reeds
1,5 2 2,5 3 3,5 4

1,5

2,0

2,5

3,0

3,5

4,,0





Für den Anfang ist ein weicheres Blatt also 1,5 - 2,5 bzw. soft - ca. medium soft. empfohlen. Fortgeschrittenere Spieler/innen verwenden Blätter der Stärke um 3 bzw. medium hard.

Ein Blatt sollte gründlich ausgewählt werden, wobei die Auswahl wieder von Spieler zu Spieler verschieden ausfällt. Die meisten achten darauf, dass sie keine grünen Blätter erwischen. Sollte dies doch mal der Fall sein, werden diese zum weiteren Trocknen auf die Fensterbank oder einen anderen geeigneten Ort gelegt, bis sie eine gleichmäßige goldgelbe/braune Farbe haben. Die Faserung im geschliffenen Bereich des Blattes, also dem spitz zulaufenden Teil, sollte möglichst parallel verlaufen und eine gleichmäßige Farbe haben. Die Seiten sollten rechts und links des Herzens gleichlang sein. Das Herz selber sollte dementsprechend gleichmäßig aussehen. Dies kann man gut erkennen, wenn man das Blatt gegen das Licht hält.

Bevor ein Blatt endgültig spielbar ist, sollte man es langsam einspielen. Ein Blatt muss feucht sein um vernünftig schwingen zu können. Ein neues Blatt wird vor dem ersten Spielen von vielen Saxophonisten oftmals zunächst für 2-3 Minuten in lauwarmem Wasser gewässert und dann ca. 10 Minuten leicht angespielt. Dies wird je nach Blatt an mehreren Tagen wiederholt.

Je nach Blatt und dessen Eigenschaften ist das Blatt dann nach 2-5 Tagen voll spielbar und eingespielt. Andere Spieler behalten das Blatt, statt es zu wässern, vor dem Spielen einige Minuten im Mund, gehen aber ansonsten genauso vor. Das Anfeuchten des Blattes gilt übrigens auch für bereits eingespielte Blätter. Um nicht irgendwann ohne Blatt dazustehen, sollte man immer mehrere Blätter (2 - 4) vorbereitet haben.

Einige Spieler bearbeiten ihre Blätter noch nach, da werden die Seiten geschliffen, das Herz bearbeitet und die Unterseite solange geschliffen, bis sie wirklich absolut plan ist. Dies tue ich nicht, daher möchte ich hierauf auch noch nicht näher eingehen. Vielleicht kann mir hierzu einer von euch eine genauere Beschreibung liefern.

Für die Lagerung des Blattes gibt es kleine Kästchen, die teilweise Vorrichtungen enthalten, um die Blätter in einem geeigneten Klima zu lagern. Diese gibt es in der einfachsten Ausführung aus Kunststoff, sie werden teilweise vom Hersteller mitgeliefert. Sie sind aber recht ungeeignet, jedoch besser als gar nichts. Es gibt Reedguards aus Metall, einfachem Holz oder Edelholz mit und ohne Glasplatte und mit Platz für eine Patrone, um ein entsprechend blattfreundliches Klima in der Box zu erzeugen, für in der Regel 2 - 4 Blätter. Diese unterscheiden sich in der Größe. Es muss also darauf geachtet werden, für Alt-Blätter auch ein Reedguard für Alt-Saxophon zu kaufen, denn Tenorblätter passen dort nicht hinein. Die Lagerung in einem Reedguard verhindert das Reißen und die Entwicklung von Wellen an der Blattspitze.

 

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 21. Juli 2009 um 10:45 Uhr

 

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